Mischa Kopmann

32. August

Roman
Cover: 32. August
Osburg Verlag, Hamburg 2024
ISBN 9783955103569
Gebunden, 200 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Die Großeltern, die auf dem Lande leben, kennt der 13-jährige Leo von klein auf. Doch in diesem heißen, nicht enden wollenden Sommer ist alles anders als bei den Aufenthalten zuvor: Verbringt Leo seine Zeit anfangs wie gewohnt noch mit seiner Großmutter, deren Fürsorge und Liebe ihrem Enkel gegenüber ganz im Gegensatz zu ihrem ansonsten strengen und disziplinierten Charakter stehen, ist es diesmal der Großvater, der sich seiner annimmt. Zusammen gehen sie auf Tour. Schnell erkennt Leo: Der Großvater, der als Vertreter durch die Lande reist, ist im wirklichen Leben ganz anders als der Mann, den Leo von den gemeinsam verbrachten Sonntagen her kennt: Jerry, wie ihn alle wegen seiner Vorliebe für Jerry-Cotton-Hefte nennen, kennt alles und jeden, nennt die Großmutter nur den "Feldwebel", nimmt gerne mal ein Schlückchen aus dem Flachmann, liebt Hank Williams und Billie Holiday, hat eine kleine Wohnung in der Stadt und eine Freundin namens Monette. Leo kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Erst als die Großmutter für eine Weile zu ihrer Schwester reist, wird klar, wie wichtig der "Feldwebel" für den im Grunde labilen und schutzbedürftigen Großvater ist. Dieser steht Leo in den letzten gemeinsamen Tagen vor Schulbeginn mit Rat und Tat zur Seite, als es darum geht, ein Rendezvous mit Leos erster großer Liebe Lilia einzufädeln: Geheimoperation "32. August".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.01.2025

Sehr wohl fühlt sich Rezensent Frank Keil in Mischa Kopmanns Roman, der seine Leser in die Lüneburger Heide der 1970er entführt. Da verbringt die Hauptfigur Leo einen Sommer bei den Großeltern, bei seiner liebevoll strengen Oma und dem Opa, den er bislang wenig kannte, der ihn jetzt aber mitnimmt auf seine beruflichen Reisen - er arbeitet als Vertreter. In einem an die Romantik Eichendorffs erinnernden zeitlosen Stil ist dieses Buch gestaltet, so der Rezensent. Es gibt hier keine harten Brüche, vielmehr werden wir kontinuierlich hineingezogen in eine entschleunigte Welt, jede einzelne Szene hat dabei etwas Eindringliches an sich. Toll, wie man mit diesem Buch aus der Zeit fallen kann, findet Kopmann.
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