Luchterhand Literaturverlag, München 2026
ISBN
9783630877792 Gebunden, 304 Seiten, 23,00
EUR
Klappentext
Aus dem Französischen von Alexandra Baisch. Es gibt Entscheidungen, die ein Leben auf den Kopf stellen. Als Skander aus dem Sommerferienlager zurückkehrt, erfährt er, dass er seine Pflegefamilie verlassen muss. Seine eigene Mutter kennt er kaum; mit zwei Jahren hat sie ihn der Fürsorge und damit seinem Schicksal überlassen. Das Jugendamt schickt den Zehnjährigen ausgerechnet an den schlimmsten aller denkbaren Orte: nach Courseine, in die berüchtigte Banlieue von Paris mit ihren Dealern, Gangs und der Gewalt. Skander landet bei der geheimnisvollen Madame Khadija, die eine bunte Schar von elternlosen Schützlingen in ihrer Obhut hat. Madame Khadija ist laut und chaotisch. Die Hälfte der Zeit spricht sie Arabisch, zankt mit ihrer Nachbarin, offenbart unter der rauen Schale jedoch ein großes Herz. Schnell merkt Skander, dass seine guten Noten in der Schule ihm in diesem Viertel wenig nützen werden. Immer mehr gerät er in den Sog der Jugendlichen auf der Straße. Immer mehr beginnt er, das Leben zu leben, das man von ihm erwartet - und nicht das, von dem er träumt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 26.05.2026
Rezensentin Nora Karches liest Mokhtar Amoudis autofiktionalen Roman mit gemischten Gefühlen. Einerseits findet sie die Idee, die französische Banlieu und den Riss durch die französische Gesellschaft aus Sicht eines bei einer Marokkanerin aufwachsenen Pflegekindes zu schildern, grandios und auch stellenweise auch gut umgesetzt. Andererseits aber gelingt es dem Autor laut Karches im Wesentlichen leider nicht, diese Perspektive sprachlich und dramaturgisch überzeugend auszugestalten. Statt die komplexe Gefühlswelt seines Protagonisten zu beschreiben, setzt der Autor allzu oft auf Klamauk und Komik, findet Karches.
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