Aus dem Englischen von Nicolai von Schweder-Schreiner. Er hat gute Noten, er geht auf Partys, er flirtet mit dem hübschesten Mädchen der Schule - auf den ersten Blick wirkt Khalils Leben wie das einer amerikanischen Mitschüler. Doch der Schein trügt: Khalil und sein älterer Bruder Amir leben in einem heruntergekommenen Loch und halten sich nur notdürftig über Wasser. Amir sieht sich im Internet immer häufiger gewalttätige Videos von islamistischen Hasspredigern an. Außerdem twittert er über den Kampf gegen den >>heuchlerischen Westen<<. Schon bald gerät auch Khalil in die Fänge der Islamisten …
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.12.2016
Rezensentin Roswitha Budeus-Budde schätzt die Jugendbücher des amerikanischen Autors Morton Rhue. Entsprechend begeistert liest sie das neue Werk "Dschihad Online", in dem Rhue von zwei Söhnen einer bosnischen Familie erzählt, die nach dem Massaker von Srebenica in die USA einwanderten: Während sich Khalid, hochbegabt und durch seine Geburt amerikanischer Staatsbürger, bestens integriert, gerät sein Bruder Amira durch verschiedene unglückliche Umstände bald in die Fänge des IS, resümiert die Kritikerin. Wie Rhue Thriller- und Highschool-Elemente mit Kritik an der amerikanischen Politik, etwa an Foltermethoden und freier Zugänglichkeit von Waffen, verbindet, hat der Rezensentin gut gefallen. Diesem klugen Buch, das zwar ein "verstörendes", aber nicht hoffnungsloses Bild der USA zeichnet, verzeiht Budeus-Budde gern die ein oder andere allzu "pädagogische" Szene.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2016
Rezensentin Elena Geus ahnt schon neue Schullektüre in Morton Rhues neuem Buch über zwei Brüder aus Srebrenica, die in den USA Asyl finden. Während der eine sich zum fanatischen Dschihadisten entwickelt, schaut der andere mit wachsender Faszination zu. Erneut beweist der Autor Gespür für aktuelle Themen, meint Geus, und mischt geschickt Fiktion und Fakten. Und erneut geht es um die Suche junger Menschen nach einem Platz im Leben, um Täter und Opfer und eine Macht vor Recht gehen lassende Gesellschaft, wie Geus erklärt. Auch wenn die Handlung Geus vorhersehbar und auf Wirkung geschrieben scheint, findet sie das Buch packend und in der Sprache tongenau. Eine gute Diskussionsbasis, meint Geus.
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