Als der ambitionierte Student Machgub erkennt, dass es ohne die richtigen Beziehungen keine Jobs gibt, sieht er sich gezwungen, einem trügerischen Abkommen zuzustimmen: Er soll eine Frau, die ihre Unschuld verloren hat, zur Rettung ihrer Ehre heiraten ohne seine Braut vorher gesehen zu haben. Darüber hinaus fordert der Verführer dieses Mädchens, ein hochrangiger Beamter, weiterhin regelmäßiges Besuchsrecht bei seiner Geliebten. Im Gegenzug erhält Machgub eine Position in einem Ministerium. Was für ihn zunächst als bloße Überlebensstrategie beginnt, entpuppt sich bald als faustischer Pakt mit unabsehbaren Folgen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.12.2011
Gut gefallen hat Stefan Weidner dieser frühe Roman von Nagib Mahfus, der, bereits 1945 im Original erschienen, jetzt erstmals auf Deutsch erscheint. Der Roman spielt im modernen Kairo der dreißiger Jahre, erklärt Weidner, und erzählt die Geschichte des "moralfreien Liberalismus": Während sich seine Freunde nach dem Studium dem Sozialismus oder der Religion zuwenden, entscheidet sich Mahgub, die Hauptfigur der Geschichte, für eine Karriere, die er dem teuflischen Pakt mit einem hohen Beamten verdankt, in dem er dessen Geliebte heiratet. Der "entfesselte Egoismus" erweist sich als Lebensprinzip natürlich als untauglich, und der Rezensent freut sich über eine Lehre, die "auch noch für unsere Zeit" gilt.
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