Aus dem japanischen und mit einem Nachwort von Oscar Beni. "Liebe ist ein Verbrechen!" Welches Geheimnis quält den alten, hochgebildeten Mann, der sich zu solchen Aussagen versteigt? Sein Gegenüber, ein unbedarfter Student, fühlt sich zu dem rätselhaften "Sensei" hingezogen und besucht ihn regelmäßig in Tokio. Doch trotz des offensichtlichen Wohlwollens wahrt der Alte Distanz. Hat die junge Frau des Sensei, eine schweigsame Schönheit, etwas mit dessen unerklärlichem Misstrauen zu tun? Erst in einem elegischen Abgesang offenbart sich schließlich, welch unaussprechliche Schuld auf dem Sensei gelastet hat. Dieser an feinen Nuancen reiche Roman gewährt tiefe Einblicke in das Lebensgefühl Japans an der Schwelle zur Moderne.
Erstmals mit Kommentar und mit überarbeiteter Übersetzung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.10.2016
Irmela Hijiya-Kirschnereit sieht in Natsume Soseki einen hellsichtigen Beobachter der Versehrungen der Moderne. Geheimnisvoll erscheint ihr das Werk des japanischen Giganten der frühen literarischen Moderne. So auch dieser "Seelenroman", der von der Initiation eines jungen Mannes durch einen Meister handelt und die Leserin mit dringlichen Fragen über Vertrauen und Verrat, Freundschaft, Verantwortung und Schuld beschäftigt. Dass der Autor nicht urteilt, sondern die Leserin an den Erkundungen der beiden unterschiedlichen Generationen und Wertesystemen entstammenden Gesprächspartner teilhaben lässt, findet die Rezensentin sympathisch.
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