Junichiro Tanizaki

Lob der Meisterschaft

Cover: Lob der Meisterschaft
Manesse Verlag, Zürich 2010
ISBN 9783717540793
Gebunden, 139 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Aus dem Japanischen von Eduard Klopfenstein. Wie entsteht ein Meisterwerk? Tanizaki Jun'ichiro führt uns die grundlegenden Unterschiede von östlichem Streben nach "Meisterschaft" und westlichem "Kunst"-Verständnis vor Augen. Sein Essay ist eine echte Entdeckung für alle Freunde asiatischer Lebensart und eröffnet im Verständnis des Fremden einen neuen Blick auch auf die eigene Kultur. Übung von Kindesbeinen an, Unvoreingenommenheit und die perfekte Nachahmung des Tradierten sind für Tanizaki Jun'ichiro Voraussetzungen für meisterliches Gelingen. Nur so entstehen Fähigkeiten, die sich durch stete Praxis zu einer "Essenz" verdichten. Nur so bildet sich "Patina", wie sie sich beim langjährigen, unermüdlichen Polieren auf antike Möbelstücke legt: Tanizaki findet einprägsame Vergleiche, wenn er Schauspielkunst, Tanz, Literatur und Malerei seiner Heimat einer Bestandsaufnahme unterzieht. Das berühmte "Lob des Schattens" und "Lob der Meisterschaft" schrieb er unmittelbar hintereinander zu Beginn der 1930er-Jahre und hielt so im Moment der Öffnung gegenüber der westlichen Welt noch einmal fest, was die Identität Japans über Jahrtausende bestimmte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.11.2010

Eine Verteidigung der japanischen Ästhetik erblickt Arno Widmann in Tanizaki Jun'ichiros Essay "Lob der Meisterschaft", der ihn an Kleists Marionettenaufsatz erinnert. Er würdigt den Autor selber als einen Meister, als "Meister des modernen japanischen Romans". Jun'ichiro plädiert in seinen Augen für ein auf Training und Erfahrung beruhendes Können, für eine Meisterschaft, bei der Körper und Geist das jeweils Nötige von selbst hervorbringen. Kritisch betrachtet der Autor nach Widmann dagegen das Absichtsvolle, Gutgemeinte und letztlich den westlichen Willen zur Kunst, der alles Schöne zerstöre.

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