The Baroque Cycle I. Aus dem Amerikanischen von Juliane Gräbener-Müller u. Nikolaus Stingl. Europa, um 1665: Daniel Waterhouse, Querdenker, Puritaner und Verächter der alten Geheimwissenschaften, strebt mit seinem Freund Isaac Newton und einigen anderen großen Geistern des barocken Europa nach Wissen und Erkenntnis, während die Welt ringsum ein einziges Chaos ist. Überall ringt die Vernunft mit dem blutigen Ehrgeiz der Mächtigen, und jederzeit können Katastrophen - ob natürlich oder hausgemacht - die politische Landschaft über Nacht verändern. In dieser Zeit steigt Jack Shaftoe vom Londoner Gassenjungen zum legendären König der Vagabunden auf. Er riskiert Leib und Leben für sein Glück und seine Liebe - und verliert durch die Syphilis schleichend den Verstand. Gleichzeitig schlägt sich seine Geliebte Eliza, die er aus einem türkischen Harem befreit hat, bis zum Hof Ludwigs XIV. durch, wird Mätresse, Spionin und Schachfigur in den Händen von königlichen Staatenlenkern. Die Wege von Daniel, Jack und Eliza führen kreuz und quer durch das zerrissene Europa, sie berühren und verschlingen sich, während allerorten ein neues Zeitalter seine Schatten voraus wirft ...
Maik Söhler deutet den Rückzug prominenter Science-Fiction-Autoren wie William Gibson und nun Neal Stephenson in die Gegenwart beziehungsweise in die Vergangenheit als Zeichen der Verunsicherung. Zukunftsungewissheit wird durch die Flucht in vertrautere Zonen kompensiert. Neal Stephenson, einer der Protagonisten des Cyberpunk, hat sich auf das Zeitalter des Barock gestürzt, in drei umfangreichen Bänden, deren erster nun in deutscher Übersetzung erscheint. Allerdings zeigt sich die Vergangenheit mit der Zukunft über einige Figuren und ihre Anverwandten verbunden, die bereits in Stephensons letztem Roman "Cryptonomicon" auftauchten. Ihre Vorfahren oder sie selbst erkunden hier nun die ganz Neue Welt, Amerika nämlich, aber auch die neue Welt der Naturwissenschaften, mit Protagonisten wie der Royal Society, Newton und Leibniz. Zwar ist dem Rezensenten bei mancher "Idealisierung" des Autors nicht ganz wohl, insgesamt aber lobt er den Roman als "schön gelungen", auch wenn er eine Antwort auf die Frage nach der Zukunft der Science Fiction weder geben könne noch wolle.
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