Aus dem Amerikanischen von Eike Schönfeld. Eine Reportage über New Orleans Rap - erzählt von einer Ikone der Rock-'n'-Roll-Kritik. Nik Cohn, Erfinder eines ganz neuen journalistischen Stils, berichtet vom Leben und Sterben schwarzer Rapper in "Crescent City". Er begibt sich auf Talentsuche in den ärmsten, schwärzesten Vierteln jener Stadt, die er in ihrer Schönheit und ihrer Verkommenheit noch mehr liebt als die Musik. Cohns neues Buch ist das literarische Dokument einer auch in den USA wenig bekannten Hip-Hop-Szene und zugleich ein Abgesang auf eine einzigartige Musikmetropole, die nach dem Hurrikan Katrina so nicht mehr existiert.
Tobias Rapp hat Nik Cohns Buch "Triksta. Leben, Tod und Rap in New Orleans" mit großer Begeisterung aufgenommen. Es ist für ihn schlicht eines der "besten Bücher über Pop" seit Jahren. Cohn, für ihn eine Legende des Musikjournalismus, erzähle darin von seinem Unternehmen, als alternder, weißer, jüdischer Musikjournalist in einer der gefährlichsten Gegenden von New Orleans die ultimative Hiphop-Platte zu machen. Entstanden ist zur Freude Rapps eine "brillante Reportage", die eine Menge über die Stukturen des Southern-Hiphop, die ökonomischen Zusammenhänge, die Menschen hinter den Platten, aber auch die Leidenschaft Cohns erzählt. Er hält das Buch auch für kulturpolitisch bedeutend, schon weil es verdeutlicht, dass sich lebendige Kultur nicht unter Denkmalschutz stellen lässt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.11.2008
Jonathan Fischer scheut sich nicht, Nik Cohns "Triksta" als das beste Gangster-Rap-Buch aller Zeiten zu preisen. Dabei erscheint dem Rezensenten die Ausgangslage, die den Autor als Rap-Produzenten nach New Orleans führt, zunächst einmal ziemlich riskant: zu groß ist die Gefahr der eitlen Selbstinszenierung, meint Fischer. Dann aber lässt er sich begeistert auf die Geschichte ein, die Cohn mit den eigenen Ängsten und Vorurteilen konfrontiert - er leidet an Hepatitis C und sieht sich als weißer 55-Jähriger mit intellektuellen Avancen einer schwarzen, gewaltbereiten Jugendszene gegenüber. Grandios findet Fischer Cohns unsentimentalen "Umgang mit den eigenen Projektionen", sein "zutiefst menschliches" Porträt der schwarzen Ghetto-Kultur und nicht zuletzt sein Gespür für die unterschiedlichen "Sprach- und Bewusstseinsebenen", die nicht selten hinreißend komisch erzählt seien. Und am Ende schwingt sich das Buch, durch dessen New Orleans sich schon zwei Jahre vor dem Wirbelsturm Katrina eine morbide Note zieht, zu einer Parabel über das Menschsein schlechthin auf, so der Rezensent wirklich beeindruckt.
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