Zwölf Jahre war Norbert Lammert zweiter Mann im Staat, Bundestagspräsident und bester Redner im Hohen Haus. Seine Worte verschafften ihm Respekt über alle politischen Lager hinweg und verliehen ihm höchstes Ansehen, nicht nur in Deutschland. Dieser Band versammelt seine bedeutendsten Reden und ist Weckruf und Appell in schwierigen Zeiten. Seit 1980 gehörte Norbert Lammert dem Deutschen Bundestag an. Die großen parlamentarischen Auseinandersetzungen der jüngeren Geschichte prägten ihn - Nato-Doppelbeschluss, Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes, Irak-Konflikt -, sie überzeugten ihn von der Lebensnotwendigkeit der Debatte. Eine Überzeugung, die er in seinen Jahren als Bundestagspräsident wie kein zweiter verkörperte. Als Vorsitzender empfing er Gäste, Papst Benedikt XVI, Schimon Peres, Navid Kermani, Wolf Biermann. Und als Redner mahnte er unmissverständlich an, sich auseinanderzusetzen. Mit der Demokratie, mit deutscher Erinnerung, Europa und der Migration.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.03.2018
Frank Decker erkennt in Norbert Lammert einen "Neben-Präsidenten". Dessen hier zusammengestellte Reden aus der letzten Legislaturperiode, Politikerporträts, Geschichtspolitisches zu Kunst, Kultur, Medien und Sprache sowie zur Bedeutung der Religion heute oder auch zur Rolle des Parlaments und der Parteien, bestechen laut Rezensent durch glänzende Rhetorik und analytische Überzeugungskraft. Über die Funktionsweise des Parlaments oder die "Grenzüberschreitungen" des Verfassungsgerichts erfährt Decker dagegen nur wenig.
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