Herausgegeben von Gabriele Rommel und Gerhard Schulz. Der Band enthält die lange verschollen gewesenen sogenannten "Salinenschriften" sowie weitere Entwürfe und Schriftstücke, philosophische, physikalische und chemische Aufsätze, die Novalis als Rechtsreferendar und Salinenassessor verfasst hat. Sie bieten Einblick in den Alltag und die Arbeitsweise des "Bergbeamten" Novalis und belegen, mit welcher Intensität er den unterschiedlichsten Anforderungen in kürzester Zeit gerecht wurde.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 07.12.2006
Rezensent Hendrik Feindt ahnt, dass mit der Veröffentlichung von Novalis' Schriften aus der Zeit seiner Berufstätigkeit eine neue Stufe in der Rezeption seines Werks eingeleitet werden könnte. Nachdem Hans-Joachim Mähl 1968 die "Fichte-Studien" und das "Allgemeine Brouillon" veröffentlicht hat und damit mit dem "Bild eines blitzhaft-funkelnden Geistes" aufräumte, legen die Herausgeber nun Texte vor, die Novalis' juristisches Schaffen und seine Tätigkeit als Bergwerks- und Salinenkenner würdigen. Und machen damit Schluss mit der Vorstellung, diese amtlichen Pflichten hätten den Schriftsteller am literarischen Schaffen "gehindert". In der neuen Ausgabe finden sich unter anderem die "Salinenschriften" sowie 49 Foliobögen aus der Referendariatszeit des Schriftstellers. Als "Berufsschriften" dürfe man diese Texte allerdings nicht bezeichnen, schließlich beschränke sich Novalis nicht auf rein amtliche Themen. So finden sich in den Schriften zwar Protokolle, Bilanzen und Rechnungen, aber eben auch Rezepte für Wagenschmiere, ein Mittel gegen "schlaffes Zahnfleisch" oder eine "Reimliste", die später in "Heinrich von Ofterdingen" verwendet wurde. Nicht zuletzt aber zeigen die Texte den Kenner von Steuer- und Immobilienrecht, dessen Haltung man vor dem geschichtlichen Hintergrund untersuchen müsse.
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