Zechenbauten und die Infrastruktur des Bergbaus bestimmen das Ruhrgebiet. Aber auch Kirchen, die in anderen Regionen Deutschland als Orientierungspunkte dienen sowie Wohnhäuser und die Bauten der Internationalen Bauausstellung Emscher Park werden in diesem Architekturführer für das gesamte Ruhrgebiet berücksichtigt. Der Architekturführer gibt ein gültiges Bild einer Region im Wandel. Bauten von der Römerzeit bis zum Mittelalter sowie vom 17. bis 19. Jahrhundert zeugen von der vorindustriellen Vergangenheit. Und Bauten der Industrie und Technik bestimmten die architektonische Landschaft des Reviers der letzten 150 Jahre.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.09.2011
Auch Kenner des Ruhrgebiets können mit Axel Föhls Architekturführer Entdeckungen machen, verspricht Andreas Rossmann. Das liegt daran, dass der Autor sich auf seinen eigenen Sinn und seine Kenntnisse verlässt und nicht jedem letzten Schrei hinterherläuft. So sieht Rossmann die Region plötzlich nicht mehr nur als industrielles Gesamtdenkmal, sondern lernt auch die Vorgeschichte und somit Burgen und Schlösser und Basilikas zwischen Hamborn und Holzwickede kennen. Klar, die Zechen, Öfen, Maschinenhäuser, Schleusen bleiben Landmark und Charakteristikum, das sieht auch der Autor so. Was sie im Einzelnen besonders macht, kann allerdings nur der Fachmann erläutern. Und so folgt Rossmann dem Autor, geografisch und typologisch geleitet, zu Modernisierungsverlusten, Umnutzungen, stolzen, klug geplanten historischen Bauten und modernen Sünden und zieht schließlich Parallelen zwischen Pariser Metro und Dortmunder Zeche und pilgert zur ältesten freiplastischen Marienfigur. Was er im Band vermisst (die Schalke-Arena etwa), wiegt den Gewinn bei weitem nicht auf.
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