Zum 700. Geburtstag Karls IV. (1316-1378).
In Tschechien führt Karl IV., der eine Vielzahl von Kronen auf seinem Haupt vereinte, auch heute die Liste der hundert bedeutendsten Persönlichkeiten an - und Prag ist ohne ihn gar nicht vorstellbar: Karlsbrücke, Brückentor, Veitsdom, Wenzelskrone, Universität, Neustadt … alles geht auf ihn zurück oder hatte mit ihm zu tun. Über seine prunkvolle Krönung zum Kaiser am Ostersonntag 1355 in Rom gibt - ein Glücksfall für die Geschichtsschreibung, die sonst auf eher nüchterne Chroniken und Urkunden angewiesen ist - das "Buch von der Krönung Kaiser Karls IV." eines unmittelbaren Augenzeugen detailliert und äußerst bildhaft Auskunft. Sein Autor, Johannes Porta de Annoniaco, gehörte als persönlicher Sekretär des Kardinals Pierre Bertrand, Bischofs von Ostia und Velletri, zur ganz unmittelbaren Umgebung jenes Kirchenfürsten, der von Papst Innozenz VI. Aubert (1352-1362) mit Karls Krönung beauftragt worden war.
Der Band führt in Ursprung und Bedeutung mittelalterlicher Kronen und Krönungen ein, berichtet von den Entstehungszusammenhängen der Krönung Karls und erläutert, warum ein römischer Kardinal wie ein Papst auftrat. Er bietet zudem erstmals in deutscher Übersetzung einen Auszug aus Johannes Portas Schlüsseltext.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.01.2017
So spannend wie der Titel und die "schöne" Edition verheißen, ist der Bericht Johannes Porta de Annoniacos über die Kaiserkrönung Karls IV. nicht, stellt Rezensent Gustav Seibt fest. Zwar liest der Kritiker die instruktive Einleitung Olaf B. Raders mit Gewinn, auch wenn er sich hier eine Auseinandersetzung mit dem Text als Quelle für die Konflikte um die Weltinstitution des Römischen Kaisertums gewünscht hätte. Mit der Übersetzung von Marianna Spano und Ulrike Hohensee ist Seibt ebenfalls zufrieden. Allerdings erscheint ihm der ausführliche Bericht, den der Kardinals-Sekretär über die Krönungsmesse verfasste, bei allem historischen Interesse doch ein wenig farblos und spröde.
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