Aus dem Englischen von Dirk Oetzmann und Horst M. Langer. Wurden die Alten in früheren Zeiten respektiert und blieben bis zum Tod bei ihren Familien? Ab wann war man überhaupt alt? Wie stand es mit der Sexualität im Alter? Diese und andere Fragen beantworten Pat Thane und andere Historiker und entwerfen so eine Mentalitäts- und Kulturgeschichte des Alters von der Antike bis heute. Über 250 Abbildungen zeigen dazu, wie alte Menschen in den verschiedenen Epochen in der Kunst dargestellt wurden und werden.
Als ausgesprochen gelungen empfindet Rezensent Wolfgang Müller diese europäische Kulturgeschichte des Alters, zu der sich die verschiedenen Aufsätze des Bandes für ihn zusammen setzen. Dem Rezensenten gefällt, wie die englische Wissenschaftlerin Pat Thane in den Texten mit vielen Märchen, Legenden und Stereotypen zum Thema aufräumt, soziokulturelle Zusammenhänge beschreibt, mit denen das Alter definiert wird und Lebenserwartungsstatiken vom Kopf auf die Füße stellt. Zwar stellt er auch fest, dass sich die Gedanken der Autoren manchmal "doppeln" oder "überschneiden". Aber das empfindet er insgesamt wegen eines gewissen Vernetzungseffektes eher positiv, weil so aus seiner Sicht ein "differenzierendes, klärendes Bild" vom Alter entsteht. Auch die Auswahl der illustrierenden Bilder aus der Kunstgeschichte erhält Bestnoten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.01.2006
Durchaus lobende Worte findet Rezensent Hartwin Brandt für diese von Pat Thane herausgegebene Kulturgeschichte des Alters, ganz überzeugt hat ihn das Werk dennoch nicht. Den Anspruch, eine umfassende Altersgeschichte der westlichen Welt von der Antike bis zur Gegenwart vorzulegen, die auch sozial- und mentalitätsgeschichtlichen, medizin-, kunst- und kulturgeschichtlichen Aspekte einschließt, kann der Band seines Erachtens nicht einlösen. Zu knapp findet Brandt hierfür den Raum bemessen - zumal auf den dreihundert Seiten noch 230 Abbildungen zu sehen sind. Kritik übt er auch an der Anlage des Bandes. Die Autorinnen und Autoren würdigt er zwar als ausgewiesene Kenner ihrer Spezialgebiete, beanstandet aber, dass sie sich untereinander offenbar nicht abgesprochen haben. Dementsprechend tadelt er das Fehlen von Querverweisen und einer einheitlichen Systematik. Außerdem moniert Brandt, dass viele wichtige kulturgeschichtliche Dokumente zum Thema Alter unerwähnt bleiben. Den größten Vorzug des Bandes sieht er in seinem reichen Bildmaterial. Die zahlreichen Abbildungen aus mehr als zweieinhalbtausend Jahren lieferten "Einsichten und Aufschlüsse über zeittypische Vorstellungen vom Leben, Aussehen und Schicksal alter Frauen und Männer". Bei aller Kritik wertet Brandt den Band als "Fundgrube von Einzelbeobachtungen und Informationen", die wichtige Bausteine für eine Kulturgeschichte des Alters von der Antike bis zur Gegenwart biete.
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