Aus dem Amerikanischen von Melanie Walz. Mit einem Nachwort von Paul Ingendaay. Zwei Fremde im Zug New York-Texas entdecken und planen das perfekte Alibi für zwei. Aus einem Moment der Unachtsamkeit heraus wird Haines zum Komplizen Brunos, der ihn auf eine schiefe Bahn mitnimmt, auf der es kein Festhalten und keine Moral mehr gibt und auch kein Entrinnen. Ein Roman über gefährlich verschwimmende Identitäten und die Unausweichlichkeit der Schuld. "Zwei Fremde im Zug" (1950) war Patricia Highsmiths erster veröffentlichter Roman.
Tobias Gohlis kannte diesen Roman bisher nur aus der Verfilmung Alfred Hitchcocks - die Autorin war damals blutjung und völlig unbekannt. Nun hat er ihn in der neuen und "höchst nuancierten" Übersetzung von Melanie Walz gelesen und findet ihn sogar besser als Hitchcocks Version, nämlich moralisch rigoroser und spannender: "Der wahre Genuss kommt spät." Gohlis weist darauf hin, dass es sich hier um den ersten Band einer vom Diogenes-Verlag vorgelegten neuen Werkausgabe Highsmiths handelt und bekennt am Ende der Kritik seine Vorfreude auf die nächsten, ebenfalls von Walz übersetzten Bände: "Glänzende Tage" warten auf Highsmith-Leser, verspricht er.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.03.2002
Im Zuge der gerade begonnenen Neuausgabe der Werke von Patricia Highsmith erscheint ihr Roman "Zwei Fremde im Zug" in neuer Übersetzung. Die Entstehungsgeschichte des Buchs lässt sich im Tagebuch der Autorin nachvollziehen: Im März 1946 notiert sie: "Ich habe die Handlung! Es ist so einfach, dass ich kaum ertrage, es eine Handlung zu nennen". Die Ausarbeitung dieser Geschichte eines geplanten Mordes über Kreuz hat dann allerdings, wie der Rezensent Alex Rühle, anmerkt noch einmal "drei Jahre harter Arbeit" in Anspruch genommen. Ganz typisch für Highsmiths Roman ist es, so Rühle, wie hier die Existenzen "ins Rutschen geraten" bis sie am Ende nichts mehr retten kann. Zur Neuübersetzung verliert unser Rezensent leider kein Wort.
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