Patrick Mauries

Das Kuriositätenkabinett

Cover: Das Kuriositätenkabinett
DuMont Verlag, Köln 2003
ISBN 9783832172381
Gebunden, 256 Seiten, 72,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Susanne Vogel und Reinhhold Ferstl. Phantastisch und bizarr: die Räume des Wunderbaren! Mineralien und Korallen, ausgestopfte Tiere, mysteriöse Fossilien, aber ebenso Wachsbildnisse und Totenmasken, kunstvolle Elfenbeinschnitzereien, Gemälde und Skulpturen, Exotika und Antiken, naturwissenschaftliche Instrumente und Automaten, kurz, die Vielfalt des ganzen Kosmos der natürlichen, künstlichen und naturwissenschaftlichen Welt fand sich in einer sinnreichen Zusammenstellung im Kleinen zusammengefasst in den Kuriositätenkabinetten, in den Kunst- und Wunderkammern des 15. bis 19. Jahrhunderts. Erstmals eröffnet dieser Band einen Überblick über die Entstehung und die Gründerpersönlichkeiten in der Geschichte dieser Wunderkammern.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.04.2003

Mit seinen sympathischen "Vorlieben für das etwas Abseitige, nicht notwendig den Erfordernissen des Tages sich Unterordnende" scheint Patrick Mauriès ganz genau der Figur seines Interesses zu gleichen. Bei dieser, schreibt "rox", handele es sich nämlich um den Typus des Sammlers, der die Objekte seiner Leidenschaft nicht wissenschaftlich durchdringen, sondern sein Leben lang einem Kind gleich bestaunen will. Auf diese Weise seien im 17. Jahrhundert die Kuriositätenkabinette entstanden, gefüllt mit allerlei Eigenartigem, das "die menschliche Neugierde in Marsch setzen" konnte. Patrick Mauriès scheint sich seine bewahrt zu haben und stellt in diesem Buch aus, was er selbst gesammelt hat - "ein prächtiger Band", freut sich "rox".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.03.2003

Ein "wunderbares Buch", schwärmt Thomas Fechner Smarsly, das selbst wie eine Wunderkammer wirke, angefüllt mit Exzentrischem und Sonderbaren der vergangenen Jahrhunderte. Von den ersten fürstlichen Sammlern der Renaissance über die Gelehrten der Aufklärung bis hin zu den Surrealisten, die Ende des 20. Jahrhunderts die willkürliche Zusammenstellung von Objekten wiederentdeckten: alles drin, eine Hommage an das Kuriositätenkabinett, das in seiner Vielfalt und auch in seiner persönlichen Harmonie die gottgegebene Ordnung der Welt repräsentiere. Allerdings hätte sich der Rezensent neben all der "Opulenz" von Patrick Mauries Band eine wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit den spezifischen Wissenskulturen und den daraus entstandenen Unterschieden in der Art des Sammelns gewünscht, die "diskursiven Bezüge und epistemischen Brüche" kommen ihm zu kurz. Und auch die Literaturhinweise, tadelt Smarsly, sind leider von "geradezu ärgerlicher Bedürftigkeit".

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