Aus dem Amerikanischen von Karen Witthuhn. Am Anfang und im Zentrum des Romans steht ein böser, verzweifelter Witz: Portia Poitier, die unkonventionelle Mutter der Hauptfigur, gibt ihrem Sohn den Namen "Nicht Sidney". Starkult, Rassenfrage, und die Schere zwischen Arm und Reich sind Nicht Sidney Poitier damit in die Wiege gelegt. Nicht Sidneys Mutter stirbt, als er elf Jahre alt ist und sie hinterlässt ihm nicht nur einen ungewöhnlichen Namen, sondern aufgrund kluger Investitionen auch einen maßgeblichen Anteil an der Turner Broadcasting Corporation, dem Mutterkonzern des Nachrichtensenders CNN. Dessen Gründer, Ted Turner, wird nun zum Vormund des vielleicht reichsten, verwirrtesten afroamerikanischen Jungen der USA. Als Nicht Sidney das abgeschirmte Anwesen seiner Jugend verlässt, wird er verhaftet und gerät er sogleich in einen Mordfall in Smuteye, Alabama.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.12.2014
Als anspielungsreiche, kurzweilige Satire bezeichnet Rezensent Thomas Leuchtenmüller Percival Everetts Roman und freut sich, dass ein deutscher Verlag den Afroamerikaner Everett verlegt (!). Umso mehr, als der Autor es draufhat, wie Leuchtenmüller versichert, das Spiel mit Erzählebenen etwa, die Collage aus berühmten Filmsequenzen mit dem Schauspieler Poitier und einer "turbulenten" Romanhandlung. Die besteht laut Rezensent aus mehr oder weniger rassistischen Beziehungen und parodistisch gefassten Verwechslungsmotiven und führt laut Leuchtenmüller Linien der afroamerikanischen Romantradition fort.
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