Kein anderer Staatsmann ist im 20. Jahrhundert so verehrt und geehrt worden wie der britische Kriegspremier Winston Churchill: Ritter des Hosenbandordens, Ehrenbürger der Vereinigten Staaten, Träger des Nobelpreises für Literatur und des Internationalen Karlspreises. Hinter dem politischen Monument droht der Mensch Winston Churchill mit seinen vielfältigen Begabungen und Fähigkeiten, seinen unübersehbaren Fehlern und Schwächen zu verschwinden. Die Biographie von Peter Alter blickt auf den "größten Engländer aller Zeiten" aus der Perspektive unserer Gegenwart, auf den jungen Husarenleutnant in Indien, den erfolgreichen Journalisten und Politiker, den Autor bedeutender historischer Werke, den Familienvater und Hobbymaler, den urlaubenden Pensionär in Südfrankreich. Sie diskutiert Churchills Weltzugewandtheit und seine historischen Verdienste, seinen Großmut gegenüber Gegnern und Besiegten und sein unbestreitbares politisches Genie, aber auch seinen oft bestürzenden politischen Opportunismus, seine Härte und Kompromisslosigkeit im Kampf.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.12.2006
Lothar Kettenacker ist angenehm berührt von Ton und Struktur dieser Biografie Winston Churchills von Peter Alter. Der Autor pflegt einen an angelsächsische Sachbücher erinnernden flüssigen Schreibstil, was eine vergnügliche Lektüre garantiert, lobt der Rezensent. Dabei liege Alters Hauptaugenmerk auf der Persönlichkeit des englischen Politikers, den er gern zitiert und dadurch einen besonders "authentischen" Eindruck vom ungewöhnlichen Charakter Churchills vermittelt. Die Politik kommt allerdings trotzdem nicht zu kurz, so der Rezensent, wobei er betont, dass Alter auch die Zeit vor und nach dem Zweiten Weltkrieg angemessen beachtet. Gut findet er auch, dass der Autor bei aller Sympathie für seinen Protagonisten dennoch nicht unkritisch mit dessen Charakterzügen und politischen Handlungen umgeht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2006
Rundum gelungen findet Rezensent Rainer Blasius diese Biografie von Winston Churchill, die Peter Alter vorgelegt hat. Er lobt das Werk als "höchst unterhaltsam" und wohlproportioniert - vor allem bei der Darstellung der zahlreichen Funktionen und Schriften Churchills. Außerordentlich gefallen hat ihm, dass Alter nicht nur die enormen politischen Leistungen und schriftstellerischen Erfolge Churchills thematisiert, sondern auch dessen Schrulligkeiten und Depressionen ins Blickfeld rückt. Dabei attestiert er dem Autor, sich "gekonnt" in die Höhen und Tiefen Churchills hineinzuversetzen. Besonders "einfühlsam" erscheint Alter die Schilderung der Lebensphase nach Churchills Rücktritt aus allen politischen Ämtern 1955, die durch zunehmende Apathie und Schwermut gekennzeichnet war.
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