Aus dem Englischen von Hainer Kober. Zum ersten Mal lässt der Jahrhundertphysiker Stephen Hawking sein ganzes privates und wissenschaftliches Leben Revue passieren in seinen eigenen Worten und in einem Buch voller Weisheit und Humor. Hawking erzählt von seiner Kindheit und Jugend in Oxford und St. Albans, vom Ausbruch der degenerativen Erkrankung des motorischen Nervensystems (ALS), über das Leben mit der Krankheit und der ständigen Todesgefahr. Über Weltreisen, Leidenschaften und schräge Wetten unter Kosmologen. Und zum ersten Mal schildert er, warum seine beiden Ehen nicht hielten und wie ihm beide Ehefrauen buchstäblich das Leben retteten.
Stephen Hawking macht sich in seiner Autobiografie "Meine kurze Geschichte" schon mal vorsorglich ein klein wenig über die zu erwartenden Rezensionen lustig, die wohl allesamt das Pathos eines geschlagenen Genies im Rollstuhl bemühen dürften, wie Hawking vermutet, berichtet Rezensent Gero von Randow, der sich dann bemüht, den berühmten Physiker zu widerlegen. Ganz dürfe er sich aber nicht über die Diagnose "Amyotrophe Lateralsklerose" ausschweigen, verrät von Randow, denn die Ankündigung einer arg begrenzten Lebenserwartung habe den jungen Oxfordstudenten Hawking aus der zur Schau getragenen Faulheit gerissen, die an den Eliteunis damals schick war, erklärt der Rezensent. Hawking beschreibt, wie sein Vater einen Mediziner aus ihm machen wollte und sich ein allzu großes Interesse an der Mathematik verbat, er erzählt von den Fallstricken einer akademischen Karriere in der Physik und seinem Glück, den meisten davon entgangen zu sein, fasst von Randow zusammen, der das alles, auch dank Hawkings nüchtern-ironischem Ton, mit viel Vergnügen gelesen hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.09.2013
Die Autobiografie des vielleicht populärsten Wissenschaftlers unserer Zeit zu lesen, ohne dabei an seine "Körperlosigkeit" zu denken, will Helmut Mayer nicht gelingen. Wie auch, wenn der Autor beständig als totalvergeistigte Instanz mit direktem Draht zum Kosmos und zu den letztgültigen Fragen inszeniert wird. Den spektakulären Human-Interest-Touch kann Mayer nicht ausblenden, wenn Stephen Hawking sein Leben und Wirken, im übrigen eher unspektakulär, wie Mayer anmerkt, Revue passieren lässt, zumal Hawking selber mit Ironie darauf hinweist. Bedeutender als das erscheint dem Rezensenten allerdings verständlicherweise der Umstand, dass der Autor am Ende des Buches tatsächlich rausrückt mit der Antwort auf die Frage, warum wir hier sind …
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