Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.02.2000
Schon der Titel des Buchs ist ein Glückstreffer, meint Paul Schneeberger. Leider ist der Inhalt, der Schneeberger auch wegen seiner "Anschaulichkeit" gefällt, wenig erbaulich - für Österreich. Böhme beschreibt, wie die österreichischen Behörden nach 1945 mit den Opfern der NS-Herrschaft umgingen: "Hart bis ungerecht". Besonders das Krauland-Ministerium, verantwortlich für die Rückgabe jüdischer Vermögen, die während der NS-Zeit "arisiert" worden waren, habe den Volksparteien ÖVP und SPÖ "als Deckmantel" gedient, unter dem sie sich große Vermögenswerte aneignen konnten. Die enteigneten Opfer hatten das Nachsehen. Schneeberger lobt die "zahlreichen konkreten Beispiele", mit denen Böhme seine Argumentation untermauert. Nebenbei zeige der Autor auch auf, wie tief in Österreich die Wurzeln des "rot-schwarze Flechtwerk" reichten. Schneeberger fehlt an dem Buch nur eins: ein Organigramm, dass dem Leser hilft, den komplizierten Aufbau der Verwaltung zu durchschauen.
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