Ein Buch, zwei Geschichten, ein Thema. Peter Härtling folgt zwei Figuren: seinem Alter Ego Robert Brodbeck und dem jungen Maler Carl Philipp Fohr. Der eine ist ein alternder Schauspieler, der als Vorleser durch die Republik reist, der andere ein junger Maler der Romantik, der nach Rom wandert und dort zu einem großen Werk ansetzt. Beide leben sie im Aufbruch und kosten das Leben aus. Brodbeck ist fasziniert von der Idee, letzte Bücher großer Schriftsteller vorzulesen, und reist nach Klütz. Es wird ein Sommer der unerwarteten Begegnungen, der wundersamen Vermischung von Fiktion und Wirklichkeit, der Belebung und der Erschöpfung, an dessen Ende das nächste Vorhaben steht: Fontanes "Stechlin" in Potsdam. Carl Philipp Fohr wächst Ende des 18. Jahrhunderts in Heidelberg auf, hadert mit der Schule und will nur eines: Maler werden. Dank engagierter Lehrer und großzügiger Mäzene wird sein Talent früh zeitig gefördert. Aber Fohr will sich aus den akademischen Zwängen befreien und bricht nach Rom auf, wo er Anschluss an die Kreise der Deutschrömer im Café Greco findet und den Plan für ein großes Gruppenbild entwirft zu dem es leider nicht mehr kommt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.11.2013
Gerührt scheint Samuel Moser von diesen beiden Texten Peter Härtlings zu sein, die ihm vom Enden künden. Dass weder die Geschichte vom Vorleser Robbi Brodbeck noch die des romantischen Malers Karl Fohr eigentlich sehr aufregend ist, räumt Moser freimütig ein. Sowohl der "kleine Künstlerroman" als auch der erste Text im Band sind für ihn allerdings keine Abschied verheißenden Bilanzierungen. Eher schon erkennt der Rezensent in ihnen Suchbewegungen und poetische, poetologische Selbstporträts des Autors.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.11.2013
Rezensent Stephan Speicher gefallen Peter Härtlings Echo-Geschichten, in denen der Autor auch dieses Mal den Deutschen einen Teil ihrer Geschichte näher bringt. Härtling verbinde in seiner Doppelerzählung über den Schauspieler Robert Brodbeck und den Künstler Karl Philipp Fohr, einen der bedeutendsten Landschaftsmaler der Romantik, fiktive, biografische und auch autobiografische Elemente. Letztere tauchen, wie Speicher anmerkt, in einem eingeschobenen Kapitel zwischen den beiden Geschichten auf.
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