Aus dem Englischen von Bärbel Deninger. So lange er denken kann, stand Raja Shehadeh im Bann seines Vaters. Der renommierte Anwalt Aziz Shehadeh war einer der ersten, der für die Anerkennung eines israelischen Staates plädierte als Voraussetzung für ein eigenständiges Palästina. Doch Sohn Raja hätte sich lieber einen Vater gewünscht, der sich für die Belange des Sohnes interessiert, statt einen Freiheitshelden. Raja versucht, seinen eigenen Weg zu finden, will beweisen, daß es noch etwas anderes gibt als Palästina und Israel, underntet nur Verachtung seines Vaters. 1985 wird Aziz auf offener Straße von seinen eigenen Landsleuten ermordet. Sein Sohn erzählt die Geschichte seiner Familie vor dem Hintergrund der Geschichte seines Landes.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.02.2004
Raja Shehadeh stammt aus der palästinensischen Oberschicht, berichtet Rezensent Carsten Hueck. Sein Vater hatte bereits 1936 Anwaltskanzlei in Jaffa gegründet und gilt als der erste, der einen ernstzunehmenden Friedensplan für die Region entwickelt hat. Der Sohn nun, als Lietraturwissenschaftler und Jurist in Beirut und London ausgebildet, erzählt in seiner Autobiografie nicht nur die Geschichte seines Clans und des Westjordanlands, sondern auch seine persönliche Entwicklungsgeschichte. Dies ist in den Augen des Rezensenten insofern bemerkenswert, als palästinensische Geschichte "vorwiegend kollektiv" erlebt werde. Die Dartsellung selbst lobt Hueck als feinfühlig, inhaltlich packend: Shehadeh "formuliert dezidiert wie ein Jurist und poetisch wie ein Literat".
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