Aus dem Amerikanischen von Michael Haupt. Vor allem auf Grundlage israelischer Dokumente, aber auch alternativer und vergrabener Quellen sowie eigener Reiseerfahrungen im Nahen Osten übt Noam Chomsky scharfe Kritik an der Palästina-Politik Israels und (primär) Amerikas. Der PLO und den arabischen Regierungen wirft Chomsky selbstzerstörerische Maßnahmen vor und untersucht die Hintergründe.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.06.2003
Auch wenn Noam Chomskys Buch über den nahen Osten nach Meinung der Rezensentin Anette Bingmeier bisweilen etwas zynisch und polemisch daherkommt, bemüht sich der Autor ihrem Eindruck nach um eine ausgewogene Darstellung der Situation. Chomsky beleuchte nicht nur die israelische und die palästinensische Seite kritisch, sondern auch die Rolle der Amerikaner, die seiner Ansicht nach eine Schlüsselfunktion besitzt. Seiner Meinung nach seien die USA "statt zum Vermittler noch zum fatalen Verstärker der Konstellation geworden". Die Passagen, die dieses Problem behandeln, wurden vom amerikanischen Verlag Chomskys gekürzt, weiß der Rezensent zu berichten - und die gekürzte Fassung war auch Vorlage der deutschen Ausgabe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.02.2003
Noam Chomskys Buch über die "Offene Wunde Nahost" bildet nach Einschätzung von Rezensent Hans-Martin Lohmann die "dringend benötigte korrektive Lesart eines Konflikts", der in der israelischen und oft auch amerikanischen Öffentlichkeit ziemlich einseitig, und zwar zugunsten Israels, wahrgenommen werde. Chomsky schildere zunächst die Vorgeschichte des Nahostkonflikts, um dann auf die nunmehr über fünfzigjährige Geschichte des Staates Israel, seiner Kriege mit den arabischen Nachbarn Ägypten, Jordanien, Syrien und Libanon seiner Landnahmen und Annexionen bis etwa zum Ausbruch der zweiten Intifada im Jahr 2000 einzugehen. Dabei analysiere Chomsky auch die fragwürdige Rolle der USA, die als militärische Garantie- und Schutzmacht Israels zugleich darüber wachen, dass die israelische Politik streng konkordant mit jenen geostrategischen Interessen handle, hält Lohmann fest. Chomsky zeige zudem, wie sehr sich das politische System Israels und der USA innerhalb eines engen Mitte-Rechts-Spektrums bewege, das keinen Raum für wirkliche politische Alternativen lasse. Schließlich entwerfe er das Bild einer Gesellschaft, die weder nach innen noch nach außen friedensfähig zu sein scheine, wobei er insbesondere auf die Rolle des wachsenden ultrareligiösen Bevölkerungsteils Israels fokussiere. Lohmann würdigt insgesamt die "Überzeugungskraft" von Chomsky Darstellung, die zum einen auf der Akkuratesse beruhe, mit der der Autor eine enorme Masse heterogener Dokumente und Quellen ausgewertet habe, zum anderen auf Chomskys "messerscharfen analytischen Verstand".
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