16. Auflage. Der "Homo Sociologicus" ist einer der wichtigsten und einflussreichsten sozialwissenschaftlichen Texte der letzten 50 Jahre. Zur Neuauflage ist ein neues Vorwort von Lord Ralf Dahrendorf angefügt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.01.2007
Andre Kieserling begrüßt die Neuherausgabe dieses Klassikers, der inzwischen in sechzehnter Auflage erscheint. Denn seiner Faustregel zufolge sind soziologische Longseller über jede Fachkritik erhaben - im Gegensatz zum kurzzeitigen Bestseller, der nur einen Aufregungsbedarf bediene. Im "Homo Sociologicus" behandelt Ralf Dahrendorf den Begriff der "sozialen Rolle", also den "Komplex von sozial unterstützten Erwartungen", den jede Person partiell bedient und bedienen muss. Das Problem des liberalen Dahrendorf ist hierbei, wie Kieserling erklärt, dass die Sicht auf den Menschen als einen Erfüller sozialer Rollenvorstellung nicht vereinbar ist mit der Vorstellung menschlicher Freiheit, so dass Dahrendorf die soziale Rolle als eine "empirisch unzutreffende Prämisse" erklären muss, die nur durch ihre Erklärungsleistung zu rechtfertigen sei". Für diese Erklärung musste Dahrendorf viel Kritik einstecken, die er aber, wie Kieserling anerkennend erwähnt, in seinem Nachwort zur neuen Ausgabe sehr fair aufnimmt. Um dieses Buch, so sein Fazit, kommen auch heutige Soziologie-Studenten nicht umhin, dass die Lektüre dabei recht vergnüglich ausfällt, gönnt der Rezensent ihnen gern.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.07.2006
Als "Klassiker" lobt Rezensent Uwe Justus Wenzel Ralf Dahrendorfs Essay von 1958, dessen 16. Auflage er hier nun anzeigt. Dem Buch sei es unter anderem zu verdanken, dass der amerikanische Fachbegriff der "sozialen Rolle" auch in der hiesigen Soziologie durchgesetzt wurde. Was die neue Edition jedoch für den Rezensenten besonders bemerkenswert macht, ist Dahrendorfs Vorwort, in dem er sich mit fünf Jahrzehnten Rezeptionsgeschichte seines Buches in Deutschland befasst. Hier allerdings stellt Wenzel gelegentlich eine Tendenz Dahrendorfs fest, die Interpretationen von einst, besonders aus den sechziger Jahren etwas "verblassen" zu lassen, weil sie ihm mitunter als Fehldeutungen erschienen sind, und er sich gegen "falsche Freunde" und "Falsche Gegner" gleichermaßen absetzen wolle. Insgesamt ergänzen sich Dahrendorfs Reflexionen zur Wirkungsgeschichte seines "frühen Wurfes" aus Sicht des Rezensenten zu einer kleinen Geschichte dieser inzwischen salonfähig gewordenen akademischen Disziplin. Sehr plastisch zeige sich zudem, wie in der Soziologie methodische Probleme politisch-moralische Probleme überlagern können.
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