Ralph Gibson

Ralph Gibson. Photographs 1960-2024

Cover: Ralph Gibson. Photographs 1960-2024
Taschen Verlag, Köln 2025
ISBN 9783754402689
Gebunden, 552 Seiten, 60,00 EUR

Klappentext

In englischer, französischer und deutscher Sprache. Der Fotograf Ralph Gibson arbeitet vor allem in Serien, in Schwarzweiß oder Farbe, deren Titel die besondere poetische Sensibilität unterstreichen, die sein Werk prägt: The Somnambulist, Déjà-Vu, Days at Sea und Chiaroscuro. Er begann 1960 als Assistent bei Dorothea Lange und ging 1967 nach New York, wo er bald in einem Atemzug mit Larry Clark und Diane Arbus genannt wurde. Auch wenn seine Fotografien für sich selbst sprechen könnten: Für Gibson steckt hinter jedem Bild, jeder Serie eine Philosophie. In den beigefügten kurzen Texten stellt er uns seine Thesen vor. Egal, ob Akte, Porträts, Stillleben oder Erzählungen: Seiner Leica treubleibend, bewegt sich Gibson zwischen den Genres und schafft neue Kategorien des Sehens. Er nähert sich den Dingen und lichtet sie auf eine fast meditative Weise ab, wie es nur die Stille des Bildes vermag.In enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entstanden, ist dieses Buch das Ergebnis von mehr als sechs Jahrzehnten des Bildermachens. Von Gibsons ersten Fotografien in San Francisco, Hollywood und New York in den 1960er-Jahren bis hin zur Gegenwart, ist dies die umfassendste Sammlung dieses Fotografen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.05.2025

Äußerst angeregt blättert Rezensent Freddy Langer in Ralph Gibsons neuem Buch, in dem der Fotograf eine Art Bilanz seines Schaffens vorlegt. Gibsons Bilder erschließen, erläutert Langer, die traumartigen Qualitäten, die dem Fotografischen seit jeher eignen, die im Lauf der Zeit jedoch ihre Abgründigkeit verloren haben und einen auch in diesem Buch eher wohlig umschmeicheln. Die entscheidende Wendung im Werk Gibsons datiert Langer aufs Jahr 1967, ab diesem Zeitpunkt verwandelte der Fotograf die Menschen, die er aufnahm, in Protagonisten mysteriöser Erzählungen, anstatt sie bei dem zu zeigen, was sie tatsächlich tun. So erzählt, fährt die Beschreibung fort, jedes Bild eine einzigartige Geschichte, allerdings eine, die ihr Geheimnis nicht preisgibt, oft sieht man Ausschnitte von Körpern, oft auch Erotisches, insgesamt hat das etwas Filmisches. Am wichtigsten findet Langer in diesen Bildern jedenfalls das Licht, ganz besonders in den New-York-Bildern, in denen Gibsons Vorliebe für dominante Schwarzflächen sehr gut zur Geltung kommen. Auch wenn Gibson anderswo fotografiert, geht es ihm freilich laut Rezensent nicht um Tourismus, sondern darum, die Welt rätselhafter zu machen. Das Ergebnis dieser Verrätselung scheint Langer doch ziemlich zu beeindrucken.

Themengebiete


Beliebte Bücher

Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…