Alexander von Reiswitz

Alexander von Reiswitz. Catching Strangers

The Family Constellation Project - Inszenierte Porträts & Geschichten über Familie, Identität und Zufall
Cover: Alexander von Reiswitz. Catching Strangers
Hatje Cantz Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783775759465
Gebunden, 224 Seiten, 64,00 EUR

Klappentext

Englisch-Deutsch. Mit einer Einleitung von Nadine Barth, einem Vorwort von Florian Koch und Kurzgeschichten von mehr als zwanzig Schriftstellern. Das Buch vereint Fotografie und Literatur in einem einzigartigen Projekt. Über einen Zeitraum von 15 Jahren fotografierte der Fotograf Alexander von Reiswitz in verschiedenen Ländern und Kulturen auf vier Kontinenten zufällig ausgewählte Personen, die zur gleichen Zeit am selben Ort waren, als vermeintliche Familien und hielt sie in inszenierten Familienporträts fest. Diese zufälligen Begegnungen regen zu neuen, fiktionalen Narrativen an. Namhafte Schriftsteller wurden eingeladen, auf Basis der Fotografien Geschichten zu entwickeln und den abgebildeten Personen imaginäre familiäre Beziehungen und Schicksale zuzuschreiben. Im Mittelpunkt des Projekts steht der Zufall, der sowohl in der Fotografie besondere Momente erzeugt als auch im Leben Menschen zusammenführt oder sich verpassen lässt.
Mit Texten von Nadine Barth, Alexander von Reiswitz, Florian Koch, Bernhard Kleeberg, Matthias Altenburg, Zsuzsa Bank, Marcel Beyer, Britta Boerdner, John Burnside, Ulrike Draesner, Nadja Einzmann, Marjana Gaponenko, Lena Gorelik, Anna Katharina Hahn, Danielle Hoffelt, Felicitas Hoppe, Verena Jütte, Ulla Lenze, Mariana Leky, Nicol Ljubic, Muepu Muamba, Ulli Nois, Angelika Overath, Rosa Ribas, Nis-Momme Stockmann, Christian Stahlhut und Vincenzo Todisco.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2025

Fasziniert betrachtet Rezensent Freddy Langer Alexander von Reiswitz' erfundene Familienporträts, die dieser Band versammelt. Reiswitz hat in vielen verschiedenen Ländern wildfremde Menschen gebeten, gemeinsam als eine Familie zu posieren - überall machten die Leute bei dem Spiel bereitwillig mit, Mütter überließen dem Fotografen gar ihre kleinen Kinder. Man hat beim Betrachten, wenn man von den Hintergründen nichts weiß, laut Langer nicht nur den Eindruck, dass es sich um echte Familien handelt, sondern sieht auch Familienähnlichkeiten. Langer macht dafür die Eigenschaft der Kamera verantwortlich, bestimmte Posen hervorzurufen, außerdem geht er auf die den Bildern inhärente Melancholie ein, die in diesem Fall allerdings auf eine Vergangenheit verweist, die nie existiert hat. Kurzgeschichten verschiedener Autoren, die den falschen Familien Familiengeschichten schenken, runden, lesen wir zum Schluss, diesen tollen Band ab.

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