Aus dem Englischen von Elvira Willems. Während ihrer letzten Lebensmonate, als Annie schon schwer von Tuberkulose gezeichnet war, wachte Charles Darwin Tag und Nacht an ihrem Bett. Detailliert notierte er sich jede Veränderung ihres Gesundheitszustandes und berichtete der abwesenden Mutter in ergreifenden Briefen vom Befinden ihrer Tochter. Doch sein Hoffen auf Besserung war vergeblich, Annie starb kurz nach ihrem zehnten Geburtstag. Wie sehr Charles Darwin von dieser privaten Katastrophe in seiner wissenschaftlichen Arbeit beeinflusst wurde, zeigt Randal Keynes, Darwins Ururenkel. Er zeichnet anhand bislang unveröffentlichter Dokumente und Briefe aus dem Familienbesitz ein warmherziges, menschliches und anrührendes Bild dieses Revolutionärs der Evolutionstheorie.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.03.2002
Die Annie des Titels ist eine mit zehn Jahren verstorbene Tochter Charles Darwins - und mit dem Inhalt der Schatulle, in der sich Erinnerungen an ihr Leben finden, präsentiert der Autor ein Porträt seines Ururgroßvaters Charles Darwin "im Kreise seiner Familie". Vor allem bedeutet das, ihn als großen Beobachter nicht nur der Tier- sondern auch der Menschenwelt kennenzulernen, insbesondere seiner Kinder. Trotz dieses wissenschaftlichen Interesses war er, wie der Rezensent Reinhard Kaiser nach der Lektüre des Buches versichert, "ein liebevoller Vater", der sich durch "Sympathie mit dem Kummer" immer wieder von der rein objektiven Aufmerksamkeit abbringen ließ. Der Band ist geprägt, so Reinhard Kaiser, von einer erfreulichen "Weitschweifigkeit", die auch Darwins Kinder in den Blick rückt und nicht zuletzt deshalb nie zu Langeweile führt, weil die gleichfalls wunderbare Selbstbeschreiber ihres Alltags waren.
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