Aus dem Englischen von Britta Mümmler. Ein englisches Landgut im Süden Londons während des Ersten Weltkriegs: Die zwei Frauen Jenny und Kitty Baldry kümmern sich um das Anwesen der Familie, während der Herr des Hauses, Kittys Ehemann und Jennys Cousin Chris, in Frankreich an der Front ist. Schon bald muss er versehrt nach Hause zurückkehren. Doch es ist keine der üblichen Kriegsverletzungen, die ihn in Mitleidenschaft gezogen hat: Er leidet unter einem Granatenschock, einem schrecklichen Trauma, das ihn glauben lässt, wieder zwanzig Jahre alt zu sein. Alles um ihn herum ist ihm fremd, selbst seine eigene Ehefrau. Obwohl Kitty diese Kränkung kaum ertragen kann, sucht sie gemeinsam mit Jenny und Margaret, einer alten Liebe von Chris, einen Weg, um ihren Mann ins Jetzt zurückzuholen.
Rebecca Wests Debütroman von 1918 liegt damit erstmals auf Deutsch vor. Er ist der einzige von einer Frau während des Ersten Weltkriegs verfasste und veröffentlichte Roman über den Krieg. 1982 wurde er mit Alan Bates und Julie Christie in den Hauptrollen verfilmt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.07.2016
Rezensent Maria Frisé hofft auf weitere Neuausgaben von dieser Autorin. Der erste Roman von Rebecca West, immerhin schon hundert Jahre alt, entzückt sie mit der Geschichte eines Kriegsinvaliden, der unter Gedächtnisverlust leidet und sich statt nach seiner Frau nach seiner Jugendliebe zurücksehnt. Vor allem berückt die Rezensentin Wests liebevoller Blick auf die südenglische Landschaft, Schlösser und Luxus, dem die Autorin, ihre spätere Kritik der Klassengesellschaft vorwegnehmend, die Armut der Jugendliebe gegenüberstellt. Rührend die Behandlung von Trauer, Erschütterung und Mitleid im Text, meint Frisé. Ein Buch, das die Begabung der damals jungen Autorin bereits gut vermittelt, findet sie.
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