Obwohl nahezu sämtliche Staaten die Kinderrechtserklärung der Vereinten Nationen unterzeichnet haben, sind Kinder überall auf der Welt die wehrlosesten Opfer von Ausgrenzung und Ausbeutung. Weltweit leben schätzungsweise etwa 100 Millionen Kinder auf der Straße. Sie werden als Arbeitssklaven in Fabriken und Bergwerken ausgebeutet, als Kindersoldaten rekrutiert, in die Prostitution gezwungen, für den Drogenhandel und andere Straftaten missbraucht, von der Polizei verfolgt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.08.2008
Mit großem Interesse hat Rezensentin Eva Karnofsky dieses Buch von Reiner Engelmann aufgenommen, in dem der Sozialpädagoge Verstöße gegen die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen untersucht, die bereits vor zwanzig Jahren verabschiedet wurde. In seiner Studie, die sich hauptsächlich auf Informationen von Amnesty International stützt, ziehe Engelmann eine vernichtende Bilanz, indem er die eklatanten Missstände, auch in einigen westlichen Industrienationen, anprangere, so Karnofsky. Vor allem schätzt sie die Herangehensweise des Autors, die sich nicht allein in der Aufarbeitung statistischer Daten erschöpfe, sondern auch anhand zweier biografischer Beispiele von den bedrückenden Lebenswirklichkeiten hochgradig benachteiligter Kinder erzähle. Dadurch entstehe ein überaus informatives und gut geschriebenes Buch, von dem sich die Rezensentin allerdings noch mehr Reportagen sowie ein Inhaltsverzeichnis gewünscht hätte.
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