Aus dem Amerikanischen von Conny Lösch. Ishmael ist ein normaler, fröhlicher, durchschnittlicher Junge, als der Krieg in Sierra Leone in sein Leben tritt. Mit einem Mal findet er sich mit der Waffe in der Hand, sieht sich Ereignissen gegenüber, die selbst bei erwachsenen, ausgebildeten Soldaten schwer traumatisch wirken, wird Zeuge und Mittäter von Folter und Mord. Wie kann ein Mensch, wie kann ein Kind dies verkraften? Als einer der wenigen konnte Ishmael den Weg zurück in ein normales Leben finden. Sein eindringlicher und bewegender Bericht lässt die Unfassbarkeit und den Horror des Kriegs greifbar werden. Doch er zeigt auch, dass selbst im unfassbar Unmenschlichen die Menschlichkeit nicht stirbt, wenn wir es nicht zulassen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.01.2008
Berührt zeigt sich Karen Krüger von der Geschichte des ehemaligen Kindersoldaten Ishmael Beah, die nun auf Deutsch vorliegt. Sie kennt kein anderes "vergleichbar authentisches Dokument" über Kindersoldaten in Liberia und Sierra Leona. Ausführlich berichtet sie über die Zerstörung von Beahs Dorf, seine Flucht durch den Dschungel, die Rekrutierung als Kindersoldat mit zwölf Jahren, wie er lernte, mit der Waffe umzugehen, Menschen zu foltern und zu töten. Beahs Schilderungen sind ihr sichtlich nahe gegangen, obwohl oder gerade weil sie überaus nüchtern und distanziert sind. "Töten war so leicht geworden wie Wassertrinken", zitiert sie den Autor, der das Glück hatte, durch Hilfe der Unicef nach drei Jahren als Kindersoldat in ein Rehabilitationscamp für ehemalige Kindersoldaten zu kommen. Fast wie ein Roman erscheinen ihr die Eckdaten seiner weiteren Biografie: er wurde von einer Amerikanerin adoptiert, studierte Politik, arbeitet heute für Human Rights Watch und wurde im November zum ersten Unicef-Anwalt für vom Krieg betroffene Kinder ernannt.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…