Mit 150 Notenbeispielen. Ziel des Buches ist es, ein aus heutiger Sicht gültiges Bild von der Musik Palestrinas zu umreißen. Nach einem kurzen biografischen Überblick werden einzelne Aspekte der Komposition behandelt, wobei elementaren Mehrstimmigkeitsmodellen und der Verbindung von Sprache und musikalischem Satz besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. In einem zweiten Teil werden die unter dem spezifischen Gesichtspunkt von Werkgattung und Einzelwerk hervortretenden Strukturen behandelt. Palestrina wird dabei nicht nur als Kirchenkomponist, sondern auch als ein bedeutender Madrigalist herausgestellt. Abschließend geht es um eine allgemeine Würdigung der Komponistenpersönlichkeit Palestrinas, um einen kurzen Vergleich mit seinem großen Zeitgenossen Orlando di Lasso und um die nach seinem Tod im Bewußtsein der Musikwelt und in konkreten Kompositionen weiterlebende Ausstrahlung seiner Musik.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.02.2004
Der "ab" zeichnende Rezensent zeigt sich begeistert angesichts dieser Studie des Musikwissenschaftlers Reinhold Schlötterer. Dieser habe es verstanden, Leben und Werk des Sängers und Komponisten Palestrina nachzuzeichnen und ihn zugleich "aus den Verkrustungen der Rezeptionsgeschichte" der vergangenen beiden Jahrhunderte zu lösen. Zudem schafft es der Autor nach Ansicht des Rezensenten, sämtliche Probleme im Zusammenhang mit den verschiedenen Aspekten der Vokalmusik der Renaissance aufzuarbeiten und sein Werk mit einem "kaum zu übertreffenden" quellenkundlichen Anhang zu versehen, so der beeindruckte Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.02.2003
Helmut Mauro kommt bei diesem Buch über den Komponisten Palestrina aus dem Schwärmen gar nicht heraus. Sowohl für den "versierten Musiker" als auch für den interessierten Laien sei das Buch ein großer Gewinn, preist er. Die "klare Sprache" und auch den Unterhaltungswert des Bandes lobt er, wobei er Schlötterer besonders für die Einfachheit seiner Formulierungen feiert, die doch nie "zu einfach" sind, als dass sie ihrem Gegenstand nicht mehr gerecht werden. Das Buch könne bereits jetzt als "Standardwerk" gelten, wobei es dem Autor gelinge, den "Blickwinkel des Lesers aufzureißen" und vor allem weit entfernt von jeglichem Geniekult das Exzeptionelle Palestrinas herauszustellen, so der Rezensent begeistert. Für die nächste Auflage hat er nur noch kleine Wünsche offen: die Beseitigung einiger Kommafehler, ein "Stichwortregister" und "ein kleines Kapitel über Besetzungsfragen" würde Mauro restlos glücklich machen.
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