Aus dem Amerikanischen von Ingo Herzke. Mit einem Nachwort von Katja Sarkowsky, Professorin für Amerikanistik an der Universität Augsburg. Als der sechzehnjährige Franklin Starlight herbeigerufen wird, um seinen Vater Eldon, den er kaum kennt, zu besuchen, trifft er auf einen vom Alkohol gezeichneten, dem Tode geweihten Mann. Die beiden machen sich auf den Weg durch das raue Herzland British Columbias und auf die Suche nach einer letzten Ruhestätte, wo Eldon nach Art der indianischen Krieger beerdigt werden will. Auf der Reise erzählt der Vater dem Sohn seine Lebensgeschichte, die Momente der Verzweiflung genauso wie die Tage der Hoffnung und des Glücks - und so entdeckt Franklin eine Welt, die er nicht kannte, eine Geschichte, die ihm fremd war, und ein Erbe, das er hüten kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2020
Rezensent Andreas Platthaus liest den letzten Roman des 2017 verstorbenen Richard Wagamese als autobiografische Geschichte einer spirituellen "Heilungsreise" eines todkranken Vaters mit seinem Sohn. Der Weg der beiden zu Beginn der 1970er Jahre quer durch Kanada entspricht dem des Autors bei seinem Versuch, die eigenen Wurzeln freizulegen, weiß Platthaus. Zeitlos indes erscheint dem Rezensenten die im Buch thematisierte Verbindung des Menschen mit dem Land, für die der Autor intensive Beschreibungen findet, wie Platthaus bewundernd feststellt. Selbst der Alkoholismus des Vaters des Protagonisten wäre zu heilen gewesen, lernt er, hätte sich dieser nur eher "auf den heilsamen 'medicine walk' begeben", lernen wir.
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