Katalog zur Ausstellung in Stedelijk Museum in Amsterdam. Rineke Dijkstra fand nach anfänglichen Auftragsarbeiten für Magazine schnell internationale Anerkennung mit ihren eindringlichen, farbigen Portraitserien von Teenagern und jungen Erwachsenen. In Dijkstras "klassischen" Portraits werden Veränderungen sichtbar, die ein entscheidendes Ereignis, eine prägende Erfahrung in den Gesichtern und Körperhaltungen junger Menschen bewirken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 19.01.2005
Die Fotografin Rineke Dijkstra hat Ende der 90er Jahre eine Blitzkarriere absolviert, die ihre Porträts nun durch die wichtigsten Museen der Welt touren lassen: die zur Zeit im Pariser Museum Jeu de Paume zu besichtigende Ausstellung geht danach nach Winterthur, von dort nach Barcelona und weiter ins Amsterdamer Stedelijk- Museum, teilt Ulf Erdmann Ziegler mit. Ziegler ist beglückt: der Katalog zur Ausstellung ist ein richtiges Buch geworden, das die Leser und Betrachter Dijkstras Entwicklung aus den vergangenen 13 Jahren nachvollziehen lässt. Dachte er zunächst, Dijkstra wende sich besonders der Pubertät zu, gesteht Ziegler, hätte sie sich doch schnell als politische Fotografin bewiesen, über deren Werk er nur staunen könne. Im übrigen seien ihre Aufnahmen über die Jahre immer "knapper und kauziger" geworden. Bei Dijkstra stünden die Individuen instinktiv für das große Ganze, schwärmt er, sie gehöre schon jetzt zu den Klassikern unter den Porträtisten, was für ihn ein Jonglieren mit den Konventionen ebenso beinhaltet wie Neugier, Experimentierfreude und einen gänzlich humanen Ansatz, der, formuliert er schön, "die Modelle nicht ein- und den Betrachter nicht ausschließt".
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