Mit schwarz-weiß Abbildungen und Karten. Die größten Schriftsteller-Persönlichkeiten einmal anders: als wilde Abenteurer, unerschrockene Reisende und rastlos Lebende. Wie Joseph Conrad, den es in die Welt hinaus trieb und dessen eigene Kongo-Erlebnisse mitten ins "Herz der Finsternis" führten. Ernest Hemingway, der als leidenschaftlicher Großwildjäger und Stierkampf-Macho Furore machte. Jack London, dem die Eiswüste Kanadas zur Heimat wurde, der den Goldrausch hautnah miterlebte, als Austernpirat den Pazifik überquerte, Eisenbahntramp und Rancher war. Herman Melville, der drei Jahre lang auf Walfängern über die Weltmeere schlingerte und seinen Stoff aus dem vollen schöpfen konnte, ehe er mit "Moby Dick" dem Weißen Wal das literarische Denkmal setzte. Oder der mysteriöse B. Traven, der seine Identität zum bestgehüteten Geheimnis der Literatur machte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.11.2005
Das Konzept, sechs reisende Dichter und Schriftsteller nicht nur anhand ihrer Werke und Biografien, sondern auch der Orte vorzustellen, an denen sie gelebt und über die sie geschrieben haben, findet Hilmar Klute gelungen, die Umsetzung gefällt ihm auch zum größten Teil. Schwächstes Kapitel sei das über Ernest Hemingway, was aber vielleicht an der Omnipräsenz des Amerikaners liegt, wie der Rezensent vermutet. Als Höhepunkte identifiziert er die Teile über Jack London und Herman Melville. "Anrührend" schilderten sie die letzten Jahre Melvilles in seinem abgeschlossenen Arbeitszimmer. Das erfolgreiche Grundrezept aller Porträts liegt in der heilsamen Distanz und Zurückhaltung, mit denen sich die Autoren ihren "wilden Männern" nähern, und sich so nie "kraftmeierisch" an sie heran schmeißen. Klute kann ein "spannendes Buch" anzeigen, das von der genauen Werkkenntnis der Autoren ebenso wie von der Entscheidung für bisher kaum bekannte Dichtern wie etwa B. Traven profitiert.
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