Eine Auswahl der von den Nationalsozialisten verfemten und verbotenen Literatur. Im Auftrag des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien herausgegeben von Julius. H. Schoeps in Verbindung mit Simone Barck (?), Gerhard Bauer, Margrid Bircken, Uri Faber, Arcady Fried, Gert Mattenklott, Helmut Peitsch, Silvia Schlenstedt, Werner Treß und Clemens Zintzen. Salomo Friedlaender: "Kant für Kinder". Nachdruck der Ausgabe Hannover 1924. Andre Gide: Kongo und Tschad. Nachdruck der Ausgabe Stuttgart, Berlin und Leipzig 1930. Theodor Heuss: Hitlers Weg. Nachdruck der 8. erweiterten Auflage Stuttgart, Berlin, Leipzig 1932. Erich Kästner: Herz auf Taille. Mit Zeichnungen von Erich Ohser. Nachdruck der 2. Auflage 1928, Leipzig/Wien. Franz Kafka: Beim Bau der chinesischen Mauer. Ungedruckte Erzählungen und Prosa aus dem Nachlass. Ein Nachdruck der Ausgabe Berlin 1931. Gina Kaus: Morgen um Neun. Nachdruck der Ausgabe Berlin 1932. Jack London: Martin Eden. Walther Rathenau: Zur Kritik der Zeit. Nachdruck der 8. Aufl. Berlin 1912. Anna Seghers: Auf dem Wege zur amerikanischen Botschaft und andere Erzählungen. Nachdruck der Ausgabe Berlin 1930. Kurt Tucholsky: Lerne lachen ohne zu weinen. Nachdruck der Ausgabe Berlin 1931.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2008
Diesem editorischen Großprojekt traut Jan Wiele durchaus zu, dem kollektiven Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. In der Kassette mit den ersten zehn Bänden der Edition entdeckt er neben Texten von Seghers und Kafka auch einen neusachlichen Roman der Wienerin Gina Kaus, der ihn stilistisch an das Werk Irmgard Keuns erinnert, sowie einen Vorläufer von Oswald Spenglers "Untergang des Abendlandes", Walther Rathenaus "Zur Kritik der Zeit". Das editorische Prinzip des Faksimiledrucks hält Wiele zwar für nicht unproblematisch (siehe jüngere Leserschaft), den Rezensenten jedoch stimmen die den Einzeltiteln beigegebenen Nachworte, Essays und Literaturverzeichnisse milde. Insgesamt erscheint die Edition Wiele als gelungener, "handgreiflicher" Ansporn, temporäre Gedenkveranstaltungen und rein symbolische Denkmäler mit echter Leseerfahrung zu bereichern.
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