Die Fraunhofer-Gesellschaft mit ihren rund 50 Instituten gilt als eine überaus flexible und hocheffiziente Forschungseinrichtung. Das Buch stellt im ersten Teil die Entwicklung der 1949 gegründeten Gesellschaft im Kontext der deutschen Nachkriegsgeschichte dar. Der zweite Teil untersucht ihre Organisation, ihre Entscheidungsprozesse und ihre wissenschaftlichen Leistungen. Die deutsche Forschungslandschaft ist ein komplexes Gefüge historisch gewachsener Forschungseinrichtungen unterschiedlichen Profils. Der Fraunhofer-Gesellschaft fällt dabei die Aufgabe zu, im Auftrag von Staat und Wirtschaft anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsarbeit zu betreiben. Die Ergebnisse müssen sich als Innovationen am Markt bewähren. Die beiden Autoren stellen zunächst die Entwicklung der 1949 gegründeten Fraunhofer-Gesellschaft im Kontext eines halben Jahrhunderts deutscher Nachkriegsgeschichte dar. Sie führt von der ungefestigten, im wesentlichen auf Bayern und Baden-Württemberg begrenzten Neugründung, die ihren Platz in der deutschen Wissenschaftslandschaft sucht, bis zur Forschungseinrichtung der 90er Jahre, die mit rund 50 Instituten überaus flexibel und effizient auf neue Anforderungen reagieren kann. Der zweite Teil zeigt Wirkungsdimensionen der Fraunhofer-Gesellschaft. Anhand von vier Forschungsfeldern - Mikroelektronik, Umweltforschung, Lasertechnik und Produktionstechnologie - wird der Beitrag der Gesellschaft zum Innovationsprozeß untersucht. Weitere Abschnitte gelten der Verteidigungsforschung, dem internationalen Vergleich von Vertragsforschungsinstitutionen und dem Spannungsfeld von Regionalisierung und Internationalisierung. Die Bereitschaft der Fraunhofer-Gesellschaft, den Autoren Zugang zu allen Akten zu gewähren, macht es möglich, auch das "Innenleben" der Organisation zu durchleuchten: die Binnenstrukturen, die inneren Konfliktlagen, die Entscheidungsprozesse.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.06.2000
Barbara Orland weiß an dieser Studie besonders zu schätzen, dass es den Autoren nicht in erster Linie darum geht, "den Jubilar hochleben" zu lassen, sondern dass auch "erhellende Einblicke in die Steuerungsmechanismen der bundesdeutschen Forschungspolitik" geboten werden. So hebt sie die Abhängigkeiten der Forschungsgesellschaften von den politischen Rahmenbedingungen hervor. Ausführlich erläutert sie die Bedeutung der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik für die Fraunhofer-Gesellschaft, welche durch Mittel des Verteidigungsministeriums ihren Ausbau in den fünfziger Jahren zügig vorantreiben konnte. Darüber hinaus weist sie auf die Konflikte hin, die zwischen staatlicher Grundsicherung einerseits, und "ziviler Verwertung der Forschungsergebnisse" andererseits bestehen. Nicht zuletzt läßt die Ausführlichkeit, mit der Orland diese Aspekte beleuchtet, darauf schließen, dass sie die Lektüre dieser Studie für aufschlussreich und gewinnbringend hält.
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