Ein Gespenst geht um in den Wissenschaften - das Gespenst des Gedankenexperiments. Gedankenexperimente verheißen Erkenntnisgewinn ohne empirische Arbeit - was vor dem Selbstverständnis der modernen Naturwissenschaften jedoch einer Unmöglichkeit gleichkommt. Und doch zieht sich das Forschen mit Gedankenexperimenten wie ein roter Faden durch die lange Tradition in den empirischen Wissenschaften von ihren Anfängen bei Stevin, Galilei und Newton bis heute.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2005
"Aufschlussreich" findet Thomas Macho diese Abhandlung über "Die Methode des Gedankenexperiments". Zwar werden jene Leser, die sich fantastische Reisen in fremde Welten unter einem Gedankenexperiment vorstellen, enttäuscht sein; begeistern jedoch wird Ulrich Kühnes jene Leser, die "Gedankenexperimente als methodische Strategie" begreifen, verspricht der Rezensent. In drei Teile gliedere sich Kühnes Arbeit, jeweils die Geschichte des Gedankenexperiments in einem bestimmten Wissenschaftszweig beschreibend: in der Naturphilosophie - am Beispiel von Hans Christian Orsted -, in der Psychologie und Logik - Beispiel: Ernst Mach - und in der Physik und Wissenschaftsphilosophie - Beispiel u. a.: Albert Einstein. Fazit von Kühnes "präziser und detaillierter historischer Rekonstruktion": Gedankenexperimente schlagen "Brücken zwischen weit auseinander liegenden, logisch zuvor unverbundenen Wissensinhalten". Erleichtert vermerkt Macho: mit diesem Buch ist wieder eine Forschungslücke geschlossen.
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