Saskia Sassen

Das Paradox des Nationalen

Territorium, Autorität und Rechte im globalen Zeitalter
Cover: Das Paradox des Nationalen
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2008
ISBN 9783518419373
Gebunden, 735 Seiten, 36,80 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Nikolaus Gramm. Der Nationalstaat ist die komplexeste Institution, die die Menschheit je hervorgebracht hat, wie Saskia Sassen in ihrer neuen historisch-theoretischen Studie darlegt. Er ist das (Zwischen-)Ergebnis einer Jahrhunderte dauernden Entwicklung von Feudalismus, Kirche und Reich. Doch seine größte Transformation steht gerade erst am Anfang: Wir bezeichnen sie als Globalisierung. Sassens Hauptthese lautet: Globalisierung findet in einem weit größeren Maße als gewöhnlich anerkannt innerhalb des Nationalen statt. Gerade das Nationale ist eine der Schlüsselinstanzen, die eine Entwicklung des globalen Rahmens erst möglich machen. Zugleich besteht ein Großteil der Globalisierung aus enorm vielfältigen Mikroprozessen, die zu entnationalisieren beginnen, was national konstruiert worden war: Politik, Kapital, städtische Räume, zeitliche Strukturen und vieles mehr.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.08.2008

Als "verblüffendes Kunststück" hat Rezensent Gunter Hofmann dieses Buch von Saskia Sassen gelesen, in dem die Sozialwissenschaftlerin zu Genese, Bedeutung und "Paradox des Nationalen" schreibt. In ihrer Analyse wendet sie sich gegen die populäre These, der Nationalstaat verschwinde in Folge der Globalisierung zusehends und beobachtet stattdessen eine Neuverteilung der Macht innerhalb des Staates. Überaus gelungen dekonstruiere Sassen jegliche Vorurteile, die sich an das Thema knüpften, freut sich Hofmann und lobt die "originäre" Lesart der Autorin. Charmant, kenntnisreich und ungemein klug seien die Ausführungen, die dem Rezensenten jede Menge erhellende Einsichten bescheren. Eine unbedingt lesenswerte Herausfoderung, mit der man allerdings nicht in jeder Hinsicht konform gehen müsse, meint Hofmann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.06.2008

Saskia Sassens Buch "Das Paradox des Nationalen" scheint Alexandra Kemmerer "schlicht unentbehrlich". Gespannt folgt er den Analysen der amerikanischen Soziologin, die die Globalisierung an der Wurzel packe und sie im Verhältnis zum Nationalen erkläre. Die Autorin führt für ihn an einer Fülle von Beispielen überzeugend vor Augen, dass das Globale im Nationalen beginne. Sie zeige auf, wie die Globalisierung auf Prozessen der Umgestaltung des Nationalstaats gründe, in dem sich grundlegende Ordnungsmuster verschoben haben. Dabei würden "Brüche, Pfadabhängigkeiten und Umschlagpunkte in den beiden 'black boxes' des Nationalen und des Globalen" sichtbar. Besonders hebt Kemmerer hervor, dass sich die Globalisierungs-Analysen der Autorin nicht im Deskriptiven erschöpfen, sondern auch die Sicht auf neue "politische Handlungsräume" frei machen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.06.2008

Ein wenig hört man den Rezensenten Harry Nutt ächzen, der sich angesichts der akademischen Schwere dieses Buches etwas mehr "essayistische Frische" gewünscht hätte.Vielleicht wäre auch etwas mehr Stringenz nicht schlecht gewesen? Es geht von den Piraten vor Somalias Küste über die Papierlosen bis zur Hisbollah, und sie alle dienen Sassen offenbar als Beleg für die Transformation des Nationalen unter den Bedingungen der Globalisierung. Hier erkennt sie nicht auf eine "Aushöhlung staatlicher Macht", sondern auf eine neue Logik der Organisation. Ob Sassen ihrem Ehrgeiz gerecht geworden ist, die Globalisierungsforschung zu revolutionieren, lässt Rezensent Nutt allerdings offen.

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