Keine Rezension im eigentlichen Sinne hat Siggi Seuss hier verfasst, sondern vielmehr einen Nachruf auf die Autorin Sheila Och, die im August 1999 verstorben ist. Dabei zitiert er allerdings auch aus Ochs letztem Buch, "Balaban Neumann, der Hund": Als der Sohn Neumann die Grausamkeit des Lebens beklagt, weil ständig etwas verloren ginge, antwortet die Mutter: "Leben bedeutet doch, immer etwas Neues zu finden." Und auch die Devise Sheila Ochs scheint dem Rezensenten wichtig: "dass man sich nicht so fürchterlich ernst und so fürchterlich unernst nimmt."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999
Fritz Wolf hebt in seiner Rezension die seiner Meinung nach sehr gelungene Mischung von Witz, Wärme und Ernsthaftigkeit (denn schliesslich spielt auch der Tode des Grossvaters eine Rolle) hervor. Dabei gelinge es Och sehr gut, die Geschichte mit dem Blick eines Kindes zu erzählen, allerdings ganz "ohne kindischen Ton", wie Wolf betont. Besonders gefällt ihm, wie der Hund Balaban vormacht, dass man auch ohne Gewalt Probleme lösen kann, und wie die Menschen im Umgang mit ihm zu erkennen geben, "wer Charakter hat".
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…