Sieglinde Geisel

Irrfahrer und Weltenbummler

Wie das Reisen und verändert
Cover: Irrfahrer und Weltenbummler
wjs verlag, Berlin 2008
ISBN 9783937989389
Gebunden, 248 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Goethe reiste noch kaum anders als die alten Griechen und Römer. Mit der Erfindung der Eisenbahn aber begann die Welt zu schrumpfen. Seitdem prägen Bewegung und Fortbewegung, Abfahrt und Ankunft, Reisen durch Raum und Zeit das Gesicht der Moderne. Wer im Hier und Jetzt verharrt, verpasst Chancen, verliert den Anschluss, verhindert sich selbst und den Fortschritt. Doch längst zeigen sich auch die Widersprüche des Reisens: Wer schnell vorankommen will, muss stillsitzen. Je mehr Menschen vorankommen wollen, desto größer wird der Stau, und die Hoffnung auf gesteigerte Bewegung erweist sich nicht selten als trugerisch: Unsere Verkehrsmittel sind schneller geworden, aber die Fahrt zum Arbeitsplatz dauert immer noch so lange wie vor hundert Jahren der Fußmarsch zur Fabrik. Tritt die mobile Gesellschaft also trotz der Beschleunigung auf der Stelle? Neigt die Mobilität gar dazu, sich selber aufzuheben? In ihrem Essay folgt die Journalistin Sieglinde Geisel den Spuren der Weltenbummler und Irrfahrer und fragt nach den Träumen, die Menschen zum Aufbrechen veranlasst haben, und nach den Ängsten, die sie dabei uberwinden mussten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.07.2008

Das Thema Reiselust findet Rezensentin Gesine Hindemith bei Sieglinde Geisel ebenso spielerisch wie ausgewogen behandelt. Hindemith trifft auf literarische Reiseberichte, worthistorische Erklärungen und geschichtliche Streifzüge. Vieles von dem, was sie liest, kommt ihr bekannt vor, doch häufig überrascht sie die von Geisel gewählte Perspektive. So werden vor den Augen der Rezensentin Reisegewohnheiten in der Antike, im Mittelalters und im heutigen Amerika plastisch, erfährt Hindemith Wissenswertes über die gegensätzlichen Phänome der Hypermobilität und des Heimwehs. Versöhnend zu diesen Extremen verhält sich für Hindemith das Reisen zu Fuß, dem sich die Autorin abschließend widmet. Rastlosigkeit oder Heimweh drohen in dem Fall eher nicht.
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