Aus dem Englischen von Thomas Gunkel. Im ländlichen England taucht ein amerikanisches Diner auf, hell, warm, einladend - aber ohne Strom, ohne Anschluss an die echte Welt. Als in der Nähe eine Leiche gefunden wird, werden zwei ungleiche Ermittler hinzugezogen: Dem zugeknöpften Adam Rubenstein widerstrebt alles an seinem chaotischen Partner Sunil Rao. Doch im Kampf gegen eine neue, bedrohliche Realität entwickelt sich zwischen den beiden eine unentrinnbare Anziehungskraft. Ein spannender Roman über die beängstigende Macht nostalgischer Verklärung.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 14.09.2023
Über einen Debütroman als "wundersam wucherndes Hybrid" aus verschiedenen Genres von Krimi bis SciFi freut sich Rezensent Thomas Wörtche: Sin Blaché und Helen Macdonald schreiben über eine merkwürdige Substanz, Prophet genannt, die dafür sorgt, dass sich mit nostalgischem Blick betrachtete Erinnerungen physisch manifestieren, in einer Substanz, die immer aggressivere und bizarrere Blüten treibt. Das löst Ermittlungen der Agenten Rubenstein und Rao aus, die herausfinden sollen, wie eine populistische politische Oberschicht die Nostalgie der Menschen für ihre eigenen Zwecke manipuliert und dies dann mit ihren offenbar ebenfalls magischen Kräften stoppen, erzählt ein sichtlich angeregter Wörtche. Manchmal etwas langatmig, aber insgesamt ein "intrigenreiches, spannendes" Buch, lobt der Kritiker.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.08.2023
Eigentlich ist dieser Roman perfekt, meint Rezensentin Sylvia Staude. Hier steckt ziemlich viel drin: Science-Fiction, Horror, eine queere Liebesgeschichte und viel Action, resümiert die Kritikerin. Zwei sehr unterschiedlich Ermittler, der jüdische Elitesoldat Adam Rubenstein und der indische Agent Sunil Rao, sollen der geheimnisvollen Droge "Prophet" auf den Grund gehen: Ihre Konsumenten sind in der Lage Sehnsuchtsobjekte aus ihrer Erinnerung in der Realität erscheinen zu lassen, lesen wir. Das ist aber gefährlich, denn nach und nach verschmelzen die Menschen untrennbar mit den Erinnerungsdingen und sterben. Die "Horror-Schraube" wird hier schnell angezogen, so Staude, denn Prophet breitet sich aus wie ein tödlicher Virus. Die Handlungsstränge greifen dabei reibungslos ineinander, lobt die Kritikern, das einzige Manko: es gibt ein bisschen zu viel von allem, meint sie, hier und da etwas weniger Pathos und Superlativ wäre ganz gut gewesen.
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