Sirka Elspaß

ich föhne mir meine wimpern

Gedichte
Cover: ich föhne mir meine wimpern
Suhrkamp Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783518430781
Gebunden, 80 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Alles beginnt mit der Geburt, aber "niemand kommt auf die welt / und weiß wie es geht". Nur der Arzt sagt gleich, sie sei zu Großem imstande, und meint damit den Hunger. Und so ist ihr eigener Körper von Beginn an Krisen- und Kriegsgebiet. Umso mehr, als er später auf einer Toilette in Versailles das erste Mal plötzlich blutet. Ein Ort der Liebe und des Schmerzes, der Sehnsucht und der Heilung - der (Ur-)Sehnsucht nach einer Mutter vielleicht, "neben der einen die ich habe". Sirka Elspaß trifft in ihrem Debüt einen einzigartigen Ton zwischen Pop und Poesie, existenzieller Wucht und müheloser Leichtigkeit. Emotionale Verletzungen, Momente der Einsamkeit und psychische Krisen werden in pointierte Bilder gefasst. So schön und so traurig, so herzergreifend und klug, auch weil die Autorin weiß: "niemand steht über den dingen / wir stehen alle mittendrin".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2022

Die "Geburt der Poesie aus Verzweiflung" erlebt der beeindruckte Rezensent Christian Metz in Sirka Elspaß' Lyrikdebüt. Fasziniert verfolgt er, wie die Lyrikerin ihre Sprache rhythmisiert und zum Klingen bringt, wenn sie sich den Schwierigkeiten des Lebens, der Einsamkeit und des In-der-Welt-Seins widmet. Auch auf die Suche nach dem Ursprungsschmerz begebe sich Elspaß in den Gedichtzyklen "Mutter I und II", bei denen der Rezensent Ähnlichkeiten etwa zu Uljana Wolf feststellt. Manchmal stolpert Metz über ungewohnte Formulierung, ist aber im ganzen froh über die intensiven Sprachbilder, die die Autorin entfaltet, und die, da ist er sich sicher, ihr zu einer autonomen Position im lyrischen Feld verhelfen werden.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 27.10.2022

Rezensentin Beate Tröger nähert sich dem Debütgedichtband von Sirka Elspaß über die Interpretation. Und da entdeckt die Kritikerin allerhand, etwa im Gedicht "Auf einer Toilette in Versailles", dem das Buch seinen Titel verdankt und in dem Tröger Anspielungen auf Menstruationserfahrungen, die Spaltung des Ichs, Marie Antoinette und Bertolt Brecht ausmacht. Überhaupt scheinen Elspaß' Gedichte äußerst vielschichtig, versichert die Rezensentin, die hier von Digitalisierung, Instagram, Netflix, Yoga, Meditation, Geschlechter- und Selbstbildern liest. Ein "trotziges, wütendes" Debüt, das Tröger gern empfiehlt.
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