Lange galt die sagenumwobene Hartholz-Akte als verschollen, doch nun konnte sie der investigative Musikjournalist Ludger Bauer den Fängen eines abgehalfterten Ostrockers entreißen. Plötzlich wird klar: Die Popgeschichte muss komplett umgeschrieben werden. Der legendäre Hamburger Star-Club war im Besitz der Stasi, die Beatles ihre Geschöpfe; Andy Warhol wurde auf Geheimdienstkosten aus einem obskuren slowakischen Dörfchen nach New York geschleust; der Blues wurzelt tief in Thüringen, und B. B. King ist sein Prophet; Johnny Cash und Elvis Presley konnten es sich aus gutem Grund nicht immer verkneifen, Deutsch zu singen... In Wahrheit ist Pop eine perfide Ausgeburt des Kommunismus, als vielstimmige Wunderwaffe im Kalten Krieg sollte er die dekadente westliche Jugend dauerberieseln und deren Kampfgeist nachhaltig schwächen. Wer hätte geahnt, dass diese Waffe eines Tages wie ein Bumerang zurückkehren und die Mauer zum Einsturz bringen würde? Erstmals die wahre Geschichte des Pop, laut und heftig, für Einsteiger ebenso empfohlen wie für Spezialisten!
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.02.2007
Einfach witzig und immer unterhaltsam sei diese rundum erlogene Geschichte vom wahren Stasi-Gesicht der Popmusik. Rezensent Wolfgang Lange zieht neben den kurzweiligen Gewinnen dieser schönen Idee aber auch höhere Erkenntnisse aus seiner Lektüre. Indem Stefan Maelck seine Geschichte von den falschen Hüften Elvis Presleys beispielsweise enthülle, kommentiere er indirekt auch die historisch verbürgte Geschichte der Popkultur. "Drogen und Dosenbier" entpuppe sich so als Stoff, aus dem in beiden Welten die Träume gemacht werden. Wobei der Witz, nuanciert der Rezensent seine These, bei Stefan Maelck mehr in der Formulierung als im theoretischen Gewinn liege.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.08.2006
Stefan Maelcks wilde Geschichte über die wahren Erfinder des Pop hat Tobias Lehmkuhl offensichtlich genossen. Mit der bisher verschollenen "Hartzholz-Akte" elaboriert Maleck hier die These des Musikjournalisten Ludger Bauer, nach der Warhol, Presley und Co. vom Stasi-Major Duttweiler ins Feld geschickt wurden. Liest man das alles als Satire, ist es wohl eine versteckte Kritik der beiden gleichermaßen "verdorbenen" Gebilde DDR und Popindustrie, meint Maelck. Akzeptiert man die grundlegende Behauptung aber als Fakt, sei die weitere Entwicklung der Geschichte dank des schleichend steigenden "Abstrusitätsfaktors" in sich gar nicht mehr so unglaubwürdig, findet er. Die Komik, über die der Rezensent offenbar durchaus lachen konnte, speist sich aus der Verschränkung der biederen DDR mit dem glamourösen Kosmos der Popindustrie. Den Titel aber hält Lehmkuhl für "einen der schlimmsten und unpassendsten, die es in den letzten Jahren auf ein Cover geschafft haben".
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