Als in den Augusttagen 1914 die Nachricht vom Kriegsausbruch in Europa in Lateinamerika bekannt wurde, sprach man dort von einem 'Drama der gesamten Menschheit', in dem es keine Zuschauer geben könne. Viele Beobachter stimmten darin überein, dass in diesem Sommer eine Epoche endete und eine neue Ära begann. In Lateinamerika, das durch die neuartige Form des Propagandakriegs und die neuen Kommunikationstechnologien direkter als je zuvor in die Ereignisse der 'Alten Welt' involviert war, gab der Krieg den Anlass zu emanzipatorischen Bestrebungen, die sich während des Konflikts - oder unmittelbar nach Kriegsende - bemerkbar machten. Die weltumspannende Dimension der Geschichte des 'Großen Krieges' wird in diesem Buch aus der Perspektive eines Kontinents analysiert, der nur auf den ersten Blick am Rand der Ereignisse stand, sich aber durch den Flächenbrand in Europa stark veränderte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.03.2016
Michael Epkenhans lässt sich von Stefan Rinke an die Probleme eines ganz anderen Kontinents erinnern. Lateinamerika und seine Beziehungen zu Europa vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg zeichnet ihm der Autor überzeugend und "gut lesbar" nach. Eine andere Geschichte der Globalisierung, die Epkenhans kaum kennt. Sie beinhaltet die Auswanderung von Europäern, die wachsende kulturelle und wirtschaftliche Verbindung zwischen der "alten" und der "neuen" Welt seit dem 19. Jahrhundert und schließlich den Schock, als all das 1914 zerbricht. Lehrreich findet der Rezensent Rinkes Studie, weil sie die Nachteile der Globalisierung nach dem Zusammenbruch der Beziehungen zeigt, als der internationale Handel zusammenbricht und die innere Stabilität in Lateinamerika ins Wanken kommt.
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