Jacob Rosenthal

Die Ehre des jüdischen Soldaten

Die Judenzählung im Ersten Weltkrieg und ihre Folgen
Cover: Die Ehre des jüdischen Soldaten
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN 9783593384979
Gebunden, 227 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Viele Juden meldeten sich im Ersten Weltkrieg freiwillig zum Militär. Doch bald hieß es, es gäbe nur wenig jüdische Soldaten, die noch dazu meist in der Etappe dienten. 1916 ordnete das preußische Kriegsministerium eine Zählung der jüdischen Soldaten an. Jacob Rosenthal untersucht erstmals, wie es zu dieser beispiellosen antisemitischen Maßnahme kam und wie die jüdischen Soldaten, aber auch die jüdische und nichtjüdische Öffentlichkeit im In- und Ausland darauf reagierten. Er zeigt, dass die "Judenzählung" lange Schatten warf. Die Legende von den "jüdischen Drückebergern" hielt sich viele Jahrzehnte lang. Erst 1961 wurde die Zahl der jüdischen Gefallenen mit 12.000 von der Bundesrepublik offiziell bestätigt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.03.2008

Mit seiner historischen Untersuchung der 1916 vom Kriegsministerium angeordneten Zählung jüdischer Frontsoldaten beziehungsweise vom Heeresdienst Zurückgestellter und den "Folgen" arbeitet Jacob Rosenthal auch ein Stück eigener Familiengeschichte auf, erklärt Michael Epkenhans. Der Vater des Autors gehörte nämlich selbst zu den 96.000 jüdischen Soldaten, denen mit der "Judenzählung" erstmals von amtlicher Seite unverhohlener Antisemitismus entgegenschlug, so der Rezensent. Er teilt noch mit, dass erst 1961 Verteidigungsminister Franz Josef Strauß die jüdischen Soldaten offiziell rehabilitiert hat, und scheint insgesamt von der Studie angetan zu sein - wenigstens lässt er nichts Gegenteiliges verlauten.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.01.2008

Ludger Heid hat die Studie von Jacob Rosenthal über die "Judenzählung" während des Ersten Weltkriegs sehr bewegt. Nach anonymen Beschwerden und antisemitischer Hetze wurde 1916 eine Zählung der an der Front dienenden Juden durchgeführt, deren Ergebnisse allerdings nie veröffentlicht wurden und die nachhaltige Folgen hatte, erklärt der Rezensent. Es wurde nämlich wiederholt agitiert, Juden würden sich unverhältnismäßig oft vom Frontdienst drücken, was, wie das Buch zeige, keineswegs der Wahrheit entsprach, so Heid. Der Vater des Autors war selbst Jude und Artillerieleutnant an der Front, und das Buch stellt nicht zuletzt einen sensiblen Versuch dar, die durch diese "schändliche Erniedrigung" beschädigte Ehre des Vaters und der jüdischen Frontsoldaten insgesamt wiederherzustellen, meint Heid, den das Buch erschüttert hat.

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