Als 1700 mit Karl II., der letzte habsburgische König Spaniens, kinderlos starb, hielt die Welt den Atem an. Wer würde ihn beerben und dadurch die Vorherrschaft in Europa gewinnen? Der Kampf um sein Erbe wurde als ein Krieg mit weltweiten Schauplätzen geführt. Dieses Buch bietet eine Gesamtdarstellung seiner Vorgeschichte und seines Verlaufes. Sonnenkönig Ludwig XIV., Queen Anne, der Herzog von Marlborough, Prinz Eugen, der Türkenlouis, der Blaue Kurfürst Max Emanuel, aber auch Leibnitz, Jonathan Swift und Daniel Defoe waren involviert. Am Anfang der Auseinandersetzungen stand die Furcht der österreichischen Habsburger und ihre Verbündeten vor einer Hegemonie der Bourbonen in Europa und einer Vereinigung der französischen und spanischen Kolonialreiche. Am Ende formulierten die Friedensschlüsse von Utrecht (1713) und Rastatt (1714) ein System des Gleichgewichts der europäischen Mächte, das in den folgenden zwei Jahrhunderten das Zusammenwachsen Europas als einem einheitlichen Handlungsfeld prägte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.11.2011
Erschreckend aktuell im Hinblick auf die Praxis der asymmetrischen Kriegsführung findet Thomas Speckmann die Studie des Zivilrechtlers Stefan Smid. Speckmann zieht anhand der Lektüre eine Linie von den "Kleinen Kriegen" am Rand des Spanischen Erbfolgekriegs, von Brandschatzung, Überfällen und Verwüstung durch irreguläre Einheiten, bis hin zu den, wie er verblüfft feststellt, vergleichbaren Opferzahlen westlicher Staaten in Afghanistan und Irak. Das Verdienst des Autors liegt laut Speckmann in der detaillierten Schilderung nicht nur der See- und Landschlachten zwischen den europäischen Streitmächten, sondern eben auch auch des regellosen Kampfes der "Parteigänger".
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