Die sich um 1600 am französischen Hof etablierende Tanzkunst, der sogenannte Ballet, unterliegt zwischen dem späten 17. und frühen 18. Jahrhundert einem einschneidenden Wandel: In dieser Zeitspanne vollzieht sich nicht nur eine dezidierte Trennung von Gesellschafts- und Theatertanz, sondern es werden auch künstlerischer Auftrag und gesellschaftliche Funktion der jeweiligen Bereiche neu bestimmt. Den Ausgangspunkt zu der vorliegenden Studie, die sich dieser Umbruchphase widmet, bilden schriftliche Quellen zum Tanz: 18 ausgewählte Traktate französischer, englischer und deutscher Provenienz werden einer eingehenden Analyse unterzogen, um Kriterien ausfindig zu machen, die den Übergang vom höfisch-zeremoniellen Ballet de Cour zum bürgerlich-aufgeklärten Ballet en Action, dem Vorläufer des späteren, abendfüllenden Handlungsballetts, verdeutlichen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.07.2004
Ein solches Werk, so der "tin" zeichnende Rezensent, sei lange überfällig gewesen. Schließlich sei die Tanzkunst einst zum "älteren Bruder der Künste Musik, Malerei und Poesie" erhoben worden, doch habe man ihre historische und theoretische Aufarbeitung insbesondere im deutschen Sprachraum lange vernachlässigt und sich mit zahlreichen Einzeltraktaten zu Einzelaspekten begnügt. Stephanie Schroedter sei es nun gelungen, eine umfassende Studie vorzulegen, die aus einem reichen Fundus an Quellen schöpfe, die die Autorin miteinander und mit den ästhetischen, theoretischen und historischen Hintergründen in Zusammenhang gesetzt betrachte und analysiere. Zudem glänze der Band durch seltene Tabellen, Bilder, Notationen und ähnliches sowie durch eine ergänzende CD-ROM. Das Fazit des hocherfreuten Rezensenten: Hier sei ein "Basiswerk" entstanden, das als Grundlage für weitere Forschungen dienen könne.
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