Aus dem Französischen von Ulrich Klappstein. Sophie von Hannover (1630-1714) war durch ihre Heirat Herzogin zu Braunschweig und Lüneburg und Kurfürstin von Braunschweig-Lüneburg. Durch den "Act of Settlement" wurde sie 1701 designierte Thronfolgerin der britischen Monarchie. Bereits 1680 schrieb Sophie ihre Memoiren: Urteilsfreudig und mit feinem Humor erzählt diese bemerkenswerte Persönlichkeit vom Leben einer jungen Aristokratin im Spannungsfeld europäischer Dynastien. Sie wählt das höfische Französisch, um mit prägnantem Blick von Menschen und Ereignissen in einer Melange aus Raffinesse und Natürlichkeit unter dem Einfluss der Frühaufklärung zu erzählen. Ihre Schilderungen sind inspiriert vom freiheitlichen Schwung des Autonomiestrebens der Frühaufklärung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.08.2014
Das 17. Jahrhundert hat wenig deutsche Memoiren hinterlassen, dabei verbinden sich doch gerade im Barock, wie Hans Pleschinski bemerkt, Zeremoniell und ungebändigte Leidenschaft "aufs Hinreißendste". Umso begeisterter nimmt er die Erinnerungen der Kurfürstin Sophie von Hannover auf, die nun nach langer Unterbrechung wieder vorliegen. Ulrich Klappstein hat sie aus dem Französischen übersetzt. Regierungsgeschäfte kommen nicht vor, stellt Pleschinski klar, es geht um Bootspartien, das Reisen in der Sänfte und ähnliche Verlustierungen. Die Titelparaden empfiehlt Pleschinski einfach an sich vorüber ziehen zu lassen und statt dessen die geistreichen Bemerkungen, Sottisen und kleinen Lästereien zu genießen.
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