Französ.-niederländ.-italien.-engl.-dtsch.. Herausgegeben von Eberhard König und Christiane Schön. Mit 21 Abbildungen. Das Stillchen nimmt in der Reihe der Quellentexte einen besonderen Platz ein. Als "mindere" Gattung, die später auftrat als Historienmalerei oder Porträt, war es seltener Gegenstand kunstsinniger Erörterungen. Es faszinierte dann, wenn es geschickt die Augen täuschte, so dass schon aus der Antike einschlägige Episoden dazu dienten, die Treffsicherheit bestimmer Maler zu kennzeichnen. Weil das Stilleben eben stiller und stummer ist als die anderen Gattungen, finden neben schriftlichen Äußerungen mit theoretischem Anspruch auch Anekdoten und geschichtliche Begebenheiten in diesem Band ihren Platz.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.09.2001
Dass über die Rangordnung der Bildgattungen (Historie, Genre, Landschaft, Poträt, Stilleben) viel geschrieben worden ist, wie Karena Lütke erklärt, lässt allein der Umfang dieser Publikation erkennen. Künstler, Theoretiker, Philosophen, entlegene Quellen oft, aus zwei Jahrtausenden sind hier in "mühevoller Arbeit" zeitlich wie geografisch ausgewählt und "kundig und verständlich" kommentiert worden, "und das gleich zweisprachig", berichtet die Rezensentin. Ob es um den Landschaftsbegriff bei Vergil oder Cézanne geht oder um die von der Genesis bis zu Deleuze/ Guattari gespannte Quellengeschichte des Porträts - hier wie dort macht Lütke überraschende Entdeckungen ("selbst über die einzelnen Bände hinweg lassen sich Dialoge spinnen"), trifft auf weniger bekannte oder unerwartete Autoren. So gelungen ist das Unternehmen, dass die Rezensentin es gleichermaßen als "zentralen Fundus" für Kunsthistoriker wie als "großes Vergnügen" für interessierte Laien bezeichnen möchte.
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