Tade Thompson

Wild Card

Thriller
Cover: Wild Card
Suhrkamp Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783518471517
Broschiert, 329 Seiten, 10,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Karl-Heinz Ebnet. Kleine Flunkerei, große Wirkung: Weston Kogi kommt nach langen Jahren in England zur Beerdigung seiner Tante nach Alcacia, Westafrika, zurück und macht den Fehler, sich ein bisschen aufzuspielen und die Leute glauben zu lassen, er sei in London ein Police Detective. Ist er aber nicht, nur Wachmann in einem Einkaufszentrum. Er wird von zwei rivalisierenden Rebellengruppen mehr oder weniger gezwungen, den Mord an einem Konsenspolitiker aufzuklären, bzw. den Mord jeweils der anderen Rebellengruppe anzuhängen. Zu allem Überfluss mischt sich auch noch der brutale Geheimdienst der korrupten Regierung ein. Und Kogi muss nun sehen, wie er alle gegeneinander ausspielt und einigermaßen heil aus der Nummer herauskommt …

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2021

Rezensent Kai Spanke scheint fasziniert von der Hemmungslosigkeit, mit der Tade Thompson seinen Thriller derart überlädt, dass man jederzeit fürchtet, er könne in sich zusammenbrechen - doch er tut es nicht. Weder Gewalt-Exzesse, noch archaische Männlichkeitsbilder, auch nicht die zahlreichen überraschenden Volten und völlig überstilisierten Figuren können diesen Koloss von Action-Roman zum Wanken bringen, lesen wir. Sicher und in rasendem Tempo bewegt er sich vorwärts auf den Schienen der Genre-Konventionen, hier und da mal eine Weiche nehmend, vom Abenteuerroman zur Detektivgeschichte und wieder zurück, so Spanke, mit einem kurzen Abstecher in den Feminismus, wenn die Freundin des Hauptprotagonistin plötzlich und - überraschenderweise bei all dem Testosteron in diesem Roman, eine Predigt über weibliche Selbstermächtigung vom Stapel lässt, die sich gewaschen hat. Jener Hauptprotagonist wiederum ist selbst so facettenreich, so widersprüchlich - man könnte auch sagen: überzeichnet, dass er dem Rezensenten wie eine "chamäleonhafte Karikatur" vorkommt - von allem etwas zu viel, und doch gerade richtig - eine Aussage, die wohl für den gesamten Roman gilt.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 24.09.2021

Rezensentin Sonja Hartl gefällt der Kriminalroman "Wild Card" von Tade Thompson. Der in London geborene Autor beschreibt darin, wie der Protagonist Weston Kogi in sein Heimatland, dem fiktiven Staat Alcacia zurückkehrt und dort aufgrund einer falschen Aussage über seine Tätigkeit in England zwischen zwei Rebellengruppen gerät, erklärt Hartl. Der Roman bietet der Rezensentin zufolge genau das, was das Krimi-Genre ausmacht, darunter beispielsweise komprimierte Dialoge. Auch internalisierter Sexismus und Gewalt an Frauen spielt eine große Rolle in "Wild Card", was den Krimi nicht nur wegen seines ungewöhnlichen Schauplatzes zu einem außergewöhnlichen Buch macht, schließt Hartl.

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…