Aus dem Japanischen von Martin Gericke. Das Kinderheim Star Kids ist das Zuhause für eine Gruppe von Waisen und Pflegekindern. Ihre Lebenswege aus der Vergangenheit sind so unterschiedlich wie ähnlich geprägt, ihr Heranwachsen unter der behutsamen Heimleitung abhängig von individuellen Erfahrungen und Träumen. Allen gemeinsam ist ihr Zufluchtsort, das Wrack eines Nissan Sunnys 1200, in den sie sich gemeinsam zurückziehen, um Pläne zu schmieden, sich in Fantasien zu flüchten, die Welt in Gedanken zu bereisen, ins Weltall abzuheben oder einfach nur ganz für sich allein für einen Moment dem Alltag zu entfliehen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.08.2021
Rezensent Christian Gasser liebt den Mix aus Manga und westlichem Stil in den Comics von Taiyo Matsumoto. Entsprechend erfreut ist der Kritiker, dass nun zwei der bedeutendsten Werke des Japaners auch hierzulande erscheinen. Geprägt durch das traumatische Ereignis, von seinen Eltern im Alter von sechs Jahren im Kinderheim abgegeben worden zu sein, beschäftigt sich Matsumoto in seinen Comics immer wieder mit der Kindheit, weiß Gasser: Voller Fantasie, leise verstörend wie in "GoGo Monster", in dem der kleinen Yuki Wesen begegnen, die sonst niemand sieht. Oder realistisch wie in der auf sechs Bände angelegten, autobiografisch geprägten "Sunny"-Reihe, die sich in kurzen Episoden um eine Gruppe von Kindern im Kinderheim dreht. Auf Deutsch ist zuletzt der dritte Band erschienen. Und dank Matsumotos außergewöhnlicher und poetischer Mischung aus "Melancholie und Fröhlichkeit" zieht der Kritiker aus den Geschichten sogar Trost.
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